
Rewe setzt derzeit noch auf die klassischen Wägen.Bild: IMAGO images / Lobeca
Supermarkt
Nach und nach machen sich hierzulande technologische Neuerungen breit, die in anderen Ländern längst geläufig sind. Darauf können weitergehende Entwicklungen aufbauen, die auf überraschend viel Akzeptanz bei Kund:innen stoßen.
20.02.2026, 16:0720.02.2026, 16:07

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Um den Einkauf für Kund:innen und Mitarbeitende effizienter gestalten zu können, erprobt der Lebensmitteleinzelhandel digitale Technologien. Doch wie viel Technologie ist zu viel auf einmal und überfordert Kund:innen?
Derzeit sind sogenannte Smart-Carts im Gespräch. Das sind intelligente Einkaufswägen, die je nach Modell unterschiedliche technologische Innovationen bieten, um den Einkauf zu modernisieren.
Supermarkt-Kunden offen für Einkäufe mit Smart Carts
Bei manchen Smart-Carts erfassen Barcode-Scanner oder integrierte Kameras Produkte automatisch, sobald sie in den Wagen gelegt werden. Gewichtssensoren können anschließend überprüfen, ob der registrierte Artikel tatsächlich im Korb liegt.
Personalisierte Modelle können Kund:innen in Echtzeit über Preise, den aktuellen Warenkorb und passende Angebote informieren. Ein Vorteil einzelner Modelle ist, dass direkt am Wagen per App oder per Karte bezahlt werden kann.
Während der deutsche Markt noch zögert, auf die neue Technologie zu setzen, zeigt sich die Kundschaft hierzulande offen. Nur rund 20 Prozent der Menschen sehen den Einsatz von Smart-Carts skeptisch oder ablehnend, während sich etwa die Hälfte eine Nutzung klar vorstellen kann. Knapp ein Drittel der rund 1200 Befragten ist noch unentschlossen. Das ergab eine Studie der DHBW Heilbronn.
„Wir haben bei einem Edeka 85 Kunden beim Einkaufen mit dem Smart Cart begleitet“, berichtet Carsten Kortum, einer der Studienautoren, laut „Lebensmittelzeitung“. Es habe „überrascht, wie groß die Akzeptanz war, auch wenn einmal etwas nicht einwandfrei funktioniert hat.“
Der Studienleiter BWL-Handel der DHBW erklärt sich das unter anderem dadurch, dass Kund:innen „das Selbst-Scannen schon von den SB-Kassen kennen“.
Einkaufswägen sind oft teuer – ohne eindeutige Gewinnaussicht
Die Zurückhaltung der Branche erklärt sich Kortum damit, dass eine Anschaffung eine große Investition bedeute. Gleichzeitig sei es „schwierig bis unmöglich, den Return zu messen“.
„Wenn ein Wagen nur noch 1000 Euro statt wie bisher oft 5000 Euro kosten würde, wäre das sicher ein Anreiz“, analysiert Kortum laut „Lebensmittelzeitung“ daher.
Außerdem bedeute der innovative Einkaufswagen einen zusätzlichen Aufwand für die Mitarbeitenden. Denn nachts müssen die Smart Carts reingeholt und regelmäßig aufgeladen werden. Weiterhin könnte es laut Korte dazu kommen, dass sie häufig repariert werden müssen.
Eine weitere Empfehlung Kortums, die zusätzlichen Anreiz schaffen könnte: eine Kameralösung, „die tatsächlich zu 100 Prozent verlässlich ist und somit garantiert immer erkennen kann, wenn ein Kunde etwas nicht ordentlich scannt“. Das wäre ein „Game-Changer“, der das ständige Inventurproblem der Kaufleute lösen könnte.