Firmen bauen Arbeitsplätze ab, Einzelhändler geben auf: Aus dem Augsburger Wirtschaftsleben waren in den vergangenen Monaten viele schlechte Nachrichten zu lesen. Arbeitsplätze zu sichern und Augsburg wieder zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort zu machen, ist deshalb das Anliegen vieler Parteien, die sich am 8. März um den Einzug in den Augsburger Stadtrat bewerben. Wir haben sie gefragt, wie sie dem Standort wieder zu Aufschwung verhelfen und Jobs sichern wollen.

CSU: Wachstum und Wohlstand zu sichern, ist unser Kernthema. Wir entwickeln Augsburg gezielt als Zukunftsstandort: mit dem Medical Valley rund um das UKA, mit dem weiteren Ausbau der bereits heute 400 Mio. € umfassenden Investitionen in KI und mit der gezielten Stärkung der Luft- und Raumfahrt als Schlüsselbranche der Zukunft. Ebenso entscheidend sind die weichen Faktoren: Sicherheit, Lebensqualität und eine Stadt in Balance. Augsburg gehört zu den attraktivsten Großstädten Deutschlands und ist in Bayern Platz 1 im Glücksranking. Genau diese Kombination macht Augsburg attraktiv und unterscheidet uns von überhitzten Metropolen.

Grüne: Wirtschaftliche Stärke, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen. Um den Standort zukunftsfähig und krisenfest aufzustellen und Arbeitsplätze zu sichern, müssen wir verlässliche Rahmenbedingungen für Industrie, Handwerk und Mittelstand schaffen. Wir setzen uns für eine Wirtschaftsförderung ein, die regionale Strukturen stärkt und weiterentwickelt. Mit dem Ausbau von Innovationspark und Uniklinikum, dem KI-Produktionsnetzwerk sowie der Start-up-Förderung schaffen wir Grundlagen. Zudem setzen wir uns für flexiblere Weiterbildungen und die schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse ein.

Welche Chancen das Universitätsklinikum für den Standort bietet

SPD: Ein zentraler Hebel ist der Neubau des Universitätsklinikums: Hier entsteht ein Standort mit großen Zukunftschancen, der mit neuen Gründerzentren, innovativer Infrastruktur und neuen Stadtteilen unsere Wirtschaft entfesseln kann. Ergänzend setzen wir auf eine ganzheitliche Strategie aus Innovation, sozialer Verantwortung und nachhaltiger Stadtentwicklung. Dazu zählen ein Think-Tank für Wachstum, neue Gewerbeflächen für Handwerk, Mittelstand und Start-ups, der Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk sowie die Förderung von Kreativwirtschaft, lebenslangem Lernen und regionalen Unternehmen durch faire Vergaben und langfristige Investitionen.

AfD: Ein starker Wirtschaftsstandort braucht verlässliche und ideologiefreie Rahmenbedingungen. Wir wollen Augsburg wieder unternehmensfreundlicher machen: durch niedrigere Gewerbesteuern, schnellere Genehmigungen und eine effizientere Verwaltung. Mittelstand, Handwerk und Industrie müssen entlastet werden, statt unter Bürokratie zu leiden. Gute Erreichbarkeit, eine leistungsfähige Infrastruktur und bezahlbare Energie sichern Arbeitsplätze. Öffentliche Mittel sind gezielt einzusetzen und auf wirtschaftlich sinnvolle Projekte zu konzentrieren. Wirtschaftskraft ist die Grundlage für Wohlstand und kommunale Handlungsfähigkeit.

Freie Wähler: Die Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Um den Wirtschaftsstandort zu stärken, braucht es eine verlässliche und wettbewerbsfähige Wirtschaftspolitik. Dazu gehört auch eine Senkung der Gewerbesteuer, um Unternehmen zu entlasten und Neuansiedlungen zu ermöglichen. Wir brauchen mehr Betriebe – insbesondere kleine und mittelständische –, die Fachkräfte ausbilden und langfristig Arbeitsplätze sichern. Das gelingt nur mit einer leistungsfähigen Infrastruktur und attraktiven Rahmenbedingungen. Gerade im Bereich Digitalisierung muss Augsburg gezielt investieren, um zukunftsfähige Unternehmen anzuziehen und den Standort nachhaltig zu stärken.

FDP/Pro Augsburg: Die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland ist zu hoch. Die Lösung kann nur aus Berlin kommen. Auch wenn sich Augsburg eine Absenkung der Gewerbesteuer kaum leisten kann, darf der kommunale Hebesatz zumindest nicht weiter steigen. Was harte Standortfaktoren anbelangt (Zugang zu Forschungseinrichtungen, schnelles Internet, Verkehrsanbindung), ist Augsburg gar nicht schlecht aufgestellt. Für Investitionen in weiche Faktoren (Kinderbetreuung, Zustand der Schulen) wäre im städtischen Haushalt Spielraum, den CSU und Grüne bisher zu wenig nutzen. Das Universitätsklinikum bietet Riesenpotential für neue Arbeitsplätze in der Gesundheitsindustrie.

Forderung: Vergabeverfahren müssen öffentlich einsehbar sein

Linke: Augsburg ist eine Industriestadt aufgebaut durch die Textilarbeiter*innen und definiert sich durch uns, also die Menschen, die hier leben und durch harte Arbeit Augsburg am Laufen halten. An der Seite dieser Menschen machen wir Politik. Bezahlbare Mieten, günstiger (langfristig: kostenloser) ÖPNV und gut ausgestattete Schulen sind daher unser Fokus. So wird Augsburg eine Stadt, die für alle da ist – und Raum bietet für gute Arbeit. Wir wollen lokale Wirtschaftskreisläufe stärken, indem tarifgebundene und nachhaltige Unternehmen kommunale Aufträge erhalten und kämpfen wir für mehr Transparenz: Vergabeverfahren müssen öffentlich einsehbar sein.

ÖDP: Unsere regionalen Betriebe sowie der Einzelhandel vor Ort sichern Arbeitsplätze, sorgen für Steuereinnahmen und gewährleisten soziale Stabilität. Ohne Einzelhandel, Lebensmittelläden, Gaststätten und Handwerksbetriebe veröden unsere Städte. Sie alle sind zudem Orte der Begegnung. Deshalb müssen im Gespräch mit Vertretern der Betriebe vor Ort die Probleme der hier ansässigen Unternehmen erörtert und Lösungen erarbeitet werden. Überbordende Bürokratie darf kein Hemmnis sein, sich ins Augsburger Wirtschaftsleben einzubringen. Besonderes Augenmerk ist auf die Vernetzung mit dem Umland und Schaffung regionaler Wirtschaftsstrukturen zu richten.

Generation Aux: Wir haben einen konkreten Umsetzungsplan für den Wirtschaftsstandort entwickelt. Mit klaren Umsetzungsschritten und messbaren Kennzahlen. Wir legen hier einen Fokus, weil Augsburg aus der Spirale raus muss, dass die Stadt kein Geld hat und nie welches haben wird. Schwerpunkte sind eine zentrale, kundenorientierte Wirtschaftsförderung, mit „One Stop“ Prinzip: ein Ansprechpartner für sämtliche Anliegen. Wir stärken den Mittelstand, entwickeln eine koordinierte Gründerstrategie und bauen Zukunftscluster in Bereichen wie digitale Produktion, Medizintechnik und Energieeffizienz auf. Fachkräfte sichern wir durch Weiterbildung und Standortmarketing.

Wichtig: Eine enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen

Augsburg in Bürgerhand: Zu lange haben sich die Stadtregierungen auf Großbetriebe orientiert, die uns durch Personalabbau einen hohen Verlust an Arbeitsplätzen aufbürden. Vor allem der Dienstleistungssektor, das Handwerk und mittelständische Unternehmen müssen entwickelt werden. Damit könnten wir auch Arbeitsverluste auffangen. Die regionale Wirtschaft benötigt einen Innovationsschub, der Nachhaltigkeit erzeugt und den Grundlagen einer Gemeinwohlökonomie entspricht. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit Hochschulen herzustellen. Ein „Innovationshub“ , in Kooperation mit der Stadtsparkasse, soll den Anschub für 1000 junge start-ups mit öko-sozialer Perspektive geben.

Die Partei: Wir stärken den Wirtschaftsstandort, indem wir ihn von seiner größten Illusion befreien: Wachstum entsteht nicht in PowerPoint. Wirtschaft passiert dort, wo gegessen wird. Deshalb verlegen wir Standortpolitik in Gaststätten. Markus Söder wird verpflichtet, sich foodbloggend nach Augsburg zu arbeiten und lokale Betriebe systemrelevant leerzuessen. Entscheidungen fallen zwischen Suppe und Schnaps, Investitionen beim Nachtisch. Und wenn wir schon Rüstungsindustrie haben, dann ehrlich: Renk baut künftig das Komplettpaket. Halbe Sachen schwächen den Standort. Wer Krieg kann, soll ihn wenigstens vollständig wirtschaften.

WSA: Die WSA will Augsburg wirtschaftlich wieder nach vorne bringen. Wir fordern eine aktive Ansiedlungspolitik, eine schlagkräftige Taskforce in der Wirtschaftsförderung und eine bessere Vermarktung des Standorts. Große Arbeitgeber müssen gezielt gewonnen, Gewerbesteuern gesenkt und Zukunftsbranchen wie Rechenzentren gefördert werden. Eine starke Wirtschaft sichert Arbeitsplätze – und damit die Grundlage für Soziales und Kultur.

V-Partei3: Die Stadtverwaltung ist nicht allein für wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich, prägt aber die Standortbedingungen entscheidend. Für Unternehmen zählt die Wahl eines Standorts, beeinflusst durch Infrastruktur, Fachkräfte, Freizeit und Versorgungsangebote für Mitarbeitende und steuerliche Belastung. Der Gewerbesteuerhebesatz von 470 Punkten liegt über dem Schnitt – ein negativer Faktor für Investitionsentscheidungen, der überdacht werden muss. Die V-Partei³ setzt bei städtischen Vergaben auf Förderung regionaler, nachhaltiger Branchen. Es braucht eine gute Bildungsinfrastruktur, um Fachkräfte zu binden und Investitionen zu ermöglichen.

Volt: Volt Augsburg fördert Fachkräfte, grüne Berufe und nachhaltige Start-ups: Gebührenfreie Kitas entlasten Familien und ermöglichen insbesondere Müttern die Rückkehr in den Arbeitsmarkt. Gezielte Qualifizierungsprogramme für grüne Berufe – wie bspw. Landwirtschaft oder Kreislaufwirtschaft – schaffen lokale Arbeitsplätze. Junge Unternehmen und nachhaltige Betriebe unterstützen wir gezielt: Durch die Reaktivierung von Gewerbeleerständen bieten wir günstige Räumlichkeiten. Dabei soll die ansässige Wirtschaft als Impulsgeberin bei der Stadtentwicklung einbezogen werden. So stärken wir die lokale Wirtschaft und schaffen zukunftssichere Arbeitsplätze.

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