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Ski-Superstar Mikaela Shiffrin hat bei Olympia für einen echten Paukenschlag gesorgt. Die Goldmedaille nahm sie unter großen Emotionen entgegen.

Cortina – Es war ihr Moment. Der Moment, auf den sie vier Jahre lang warten musste. Mikaela Shiffrin, die Frau, die seit Jahren sämtliche Rekorde im alpinen Zirkus bricht, hatte in Cortina noch nicht das ganz große Glück gepachtet. Im Slalom sollte sich das Blatt endlich wenden. Während Lena Dürr ihren olympischen Fluch nicht loswurde, stand Shiffrin am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Mit einem grandiosen Vorsprung wurde sie Olympiasiegerin.

Nach dem Gold im Olympia-Slalom brachen bei Mikaela Shiffrin alle Dämme.Mikaela Shiffrin erlöste die eigenen Erwartungen mit Slalom-Gold. © Imago / ZUMA Press /AFLOSPORT / Independent Photo

Mit einem Polster von eineinhalb Minuten auf Camille Rast kam sie ins Ziel, erklärte wenig später gegenüber NBC: „Gold zu gewinnen, ist ein Traum. Es fühlt sich an wie ein sehr großer Moment.“ Anschließend verriet sie im Interview mit dem ORF: So souverän ihr Triumph am Ende auch gewesen sein mag, vor dem Rennen war sie ungeheuer nervös.

Ski-Superstar Shiffrin gewinnt Olympia-Gold und weint um toten Vater

Der Grund: Die 30-Jährige verlor am 2. Februar 2020 ihren geliebten Papa Jeff. Zwei Jahre nach seinem Tod wollte sie in Peking eine Medaille für ihn gewinnen, zerbrach allerdings am immensen Druck. Jetzt, vier Jahre später, hat es endlich geklappt. Jeff Shiffrin hatte die Karriere seiner Tochter früh unterstützt. Als er an den Folgen eines häuslichen Unfalls starb, brach für Mikaela eine Welt zusammen.

Als Shiffrin nach ihrem grandiosen Slalom-Lauf die Eins aufleuchten sah, wurde sie von ihren Gefühlen überwältigt. „Mein Körper war woanders als mein Geist. Ich wollte die Energie, die ich fühlte, als ich die Ziellinie überquerte, an meine Familie schicken. Und natürlich wollte ich einen Moment mit meinem Vater haben“, verriet sie unter Tränen.

Spitzenleistungen, Schicksalsschläge, Liebesglück: Die bewegende Karriere der Mikaela ShiffrinDie Karriere von Mikaela Shiffrin in Bildern.Fotostrecke ansehen

„Diesen großen Triumph mit dem Menschen, den man so sehr geliebt hat, nicht teilen zu können, ist nicht einfach.“ Nach den Rückschlägen von Peking und dem enttäuschenden vierten Platz in der Team-Kombination von Cortina hat Mikaela Shiffrin ihr großes Ziel endlich erreicht. Doch das olympische Gold würde die US-Amerikanerin vermutlich nur zu gerne eintauschen, um wieder mit Papa Jeff vereint zu sein. (is)