
Trotz einiger Fortschritte bei den Bekämpfungsmaßnahmen bleibt die Antibiotikaresistenz bei vielen häufigen Bakterienstämmen hoch, sodass nachhaltige und koordinierte Gegenmaßnahmen erforderlich sind.
Der Bericht konzentriert sich auf die Analyse des AMR-Status von häufig vorkommenden Bakterien in der Lebensmittelkette wie Salmonellen und Campylobacter, die durch kontaminierte Lebensmittel von Tieren auf Menschen übertragen werden können.
Durch diese Bakterien verursachte Erkrankungen sind nicht nur häufig, sondern verlaufen in vielen Fällen schwerwiegend und erfordern eine Antibiotikabehandlung. Da Bakterien zunehmend resistent gegen Antibiotika werden, verringern sich die wirksamen Behandlungsmöglichkeiten, was das Risiko von Komplikationen erhöht und das Gesundheitssystem stärker belastet.
Piotr Kramarz, ein leitender Experte beim ECDC, betonte den interdisziplinären Charakter des Problems und erklärte, dass der AMR-Status von Salmonella und Campylobacter die enge Verbindung zwischen der Gesundheit von Mensch und Tier und dem Lebensmittelproduktionssystem widerspiegelt.
Seiner Ansicht nach erfordert der wirksame Schutz von Antibiotika – einer der Säulen der modernen Medizin – ein starkes koordiniertes Vorgehen im Sinne eines „One Health“-Ansatzes, da Antibiotikaresistenzen eine weit verbreitete und grenzenlose Herausforderung darstellen.
Besorgniserregend ist, dass die Resistenzrate gegen Ciprofloxacin – ein wichtiges Antibiotikum zur Behandlung schwerer Infektionen – bei vielen Campylobacter- und Salmonella-Stämmen, die sowohl von Menschen als auch von Nutztieren isoliert wurden, weiterhin hoch ist. Salmonella bei Nutztieren weist seit vielen Jahren hohe Resistenzwerte auf, während die Ciprofloxacin-Resistenzrate bei menschlichen Infektionen sogar noch zunimmt.
Bei Campylobacter ist die Resistenz gegen Ciprofloxacin so weit verbreitet, dass das Medikament in Europa nicht mehr zur Behandlung von Infektionen beim Menschen empfohlen wird, was Einschränkungen bei seiner Anwendung bei Tieren erforderlich macht.
Neben Ciprofloxacin sind viele Bakterienstämme auch gegen andere häufig verwendete Medikamente wie Ampicillin, Tetracyclin und Sulfonamide resistent.
Das Auftreten von Carbapenemase-produzierenden E. coli-Bakterien in Nutztieren und Fleischprodukten wird in einigen Ländern als Warnsignal angesehen, da Carbapenem-Antibiotika für Menschen die „letzte Option“ darstellen und in der Tierhaltung verboten sind.
Der Bericht hob jedoch auch einige positive Anzeichen hervor. In den letzten zehn Jahren ist die Häufigkeit von Ampicillin- und Tetracyclin-resistenten Salmonelleninfektionen beim Menschen in vielen Mitgliedsländern deutlich zurückgegangen.
Auf EU-Ebene ist die Tetracyclinresistenz bei Masthähnchen und die Ampicillinresistenz bei Puten ebenfalls rückläufig. Bei Campylobacter sinkt die Erythromycinresistenz – dem Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Campylobacter-Infektionen beim Menschen – in vielen Ländern sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.
Experten warnen jedoch davor, dass sich das Tempo der Verbesserungen in einigen Bereichen verlangsamt, insbesondere bei E. coli in Geflügel, wo die Resistenzwerte eher ein Plateau erreichen, als weiter zu sinken.
Laut EFSA und ECDC spiegeln Unterschiede in den AMR-Modellen zwischen den Ländern Variationen im Arzneimittelgebrauch, in den Anbaumethoden und in den Maßnahmen zur Krankheitsprävention wider.
Die jüngsten Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung eines ganzheitlichen Gesundheitsansatzes, bei dem der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika in Verbindung mit verbesserter Lebensmittelsicherheit und Krankheitsbekämpfung der Schlüssel zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und zur Begrenzung der langfristigen Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen in Europa ist.
Quelle: https://baoquocte.vn/cong-bo-tinh-trang-khang-khang-sinh-tu-thuc-pham-tai-chau-au-361741.html