Marode Schulgebäude, zu wenig Kita-Personal, Probleme bei der Ganztagsversorgung: Das Bildungssystem in Augsburg stößt in vielerlei Hinsicht immer wieder auf Herausforderungen. Die Parteien, die zur Kommunalwahl antreten, haben klare Pläne, wie sie Missständen begegnen wollen. Wie können die vielen Herausforderungen im Bildungssystem gemeistert werden? Wir haben alle gefragt.
CSU: Die Herausforderungen sind real und bundesweit – der Sanierungsstau an Schulen, der Ausbau des Ganztags und der Fachkräftemangel betreffen nahezu alle Städte. Wir begegnen dem mit Prioritäten. Seit 2020 haben wir mit über 320 Millionen Euro so viel in Schulen investiert wie nie zuvor. Wir setzen dieses Tempo fort: dauerhaft mit rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig denken wir Bildung von moderner Infrastruktur über Ganztagsangebote bis zu Bildungsübergängen und frühzeitiger Förderung. Schulen brauchen Planungssicherheit, nicht ständig neue Programme. Bildung ist für uns keine freiwillige Leistung, sondern eine Kernaufgabe.
Grüne: Kinder und Familien stelle ich in den Mittelpunkt. Um moderne Bildungsorte zu schaffen, haben wir seit 2020 mehr investiert als jede Stadtregierung davor: 322 Mio. Euro. Wir haben 2200 neue Kitaplätze geschaffen – so viel wie noch nie. Für mehr Chancen setzen wir diesen Weg fort. Wir bauen den Sanierungsstau ab, treiben den Ausbau von Kita und Ganztag voran, eröffnen die neue Johann-Strauß-Grundschule, realisieren die neue Realschule im Augsburger Osten, freuen uns auf die Schule im ehemaligen Karstadt und mit Max 59 auf das neue Wohnzimmer für Jugendliche und Senioren in der Innenstadt. Kita und Schule haben Priorität – jetzt und in Zukunft!
SPD: Bei Schulen darf nicht gespart werden
SPD: Die Sanierung von Schulgebäuden hat für uns Priorität – egal, wie schwierig die finanzielle Lage der Stadt ist, bei den Schulen darf nicht gespart werden. Unsere Kinder und Jugendlichen verdienen saubere, funktionierende und barrierefreie Schulen, vom WLAN bis zu den Toiletten. Im Augsburger Osten wird die neue Realschule eigentlich jetzt bereits gebraucht – wir bauen sie bis 2030.
AfD: Augsburgs Schulen brauchen zuerst funktionierende Gebäude, ausreichend Personal und einen störungsfreien Unterricht. Sanierung und Modernisierung müssen Priorität haben, statt immer neue Konzepte zu erproben. Das Neutralitätsgebot an Schulen ist strikt einzuhalten – politische oder ideologische Einflussnahme lehnen wir ab. Bildungspolitik muss sich wieder auf Kernkompetenzen konzentrieren: Lesen, Schreiben, Rechnen und berufliche Qualifikation. Frühkindliche Bildung darf nicht politisiert werden. Schulen sollen Orte des Lernens sein, nicht der gesellschaftlichen Umerziehung.
Freie Wähler: Gute Bildung beginnt mit einem guten Lernumfeld. Deshalb muss die Sanierung und Modernisierung unserer Schulen höchste Priorität haben. Kinder müssen sich wohlfühlen und konzentriert lernen können. Gleichzeitig müssen Bereiche wie Sport, Musik, Kunst und kulturelle Bildung stärker gefördert werden. In Zukunft wird es weniger darauf ankommen, reine Wissensabfragen zu beherrschen, sondern kreativ zu denken, Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln. Unsere Schulen müssen darauf ausgerichtet sein und Kinder bestmöglich auf die Berufe der Zukunft vorbereiten. Dazu gehört auch, Augsburg als Universitäts- und Hochschulstandort gezielt zu stärken.
Wie es mit einer Realschule im Osten weitergehen soll
FDP/Pro Augsburg: Bildung ist eine zentrale Zukunftsfrage. Die dritte staatliche Realschule im Osten der Stadt muss zügig realisiert werden. Zeit- und Kostenplan werden wir nachbessern. Gelingt weder der Grundstückserwerb an der Albrecht-Dürer-Straße noch eine deutliche Kostensenkung, wird der Standort Zugspitzstraße umgesetzt. Zehn Jahre Planungs- und Bauzeit bis 2036 sind inakzeptabel – eine frühere Fertigstellung ist nötig. Schulen brauchen mehr Eigenverantwortung durch eigene Budgets, um Sanierungen wie bei Schultoiletten sichtbar voranzubringen. Gleichzeitig stärken wir den regelmäßigen Austausch mit Schulleitungen sowie Eltern- und Schülervertretungen.
Linke: Bildungsgerechtigkeit beginnt bei den Grundbedürfnissen. Kein Kind soll hungrig lernen müssen, deshalb braucht es kostenfreies Essen in Kita und Schule – für alle und ohne Stigmatisierung. Hygienische Schultoiletten und gut ausgestattete Lernorte sind ebenso zentral: schimmelfreie Räume und funktionierende Heizungen müssen Mindeststandart sein, aber auch sichere Pausen- und Sportflächen und digitale Ausstattung sind notwendig. Fachkräfte müssen durch Fortbildungen gestärkt werden, und jedes Kind braucht Zugang zu kostenfreier Nachhilfe.
ÖDP: Bildung ist eigentlich Ländersache. Augsburg kann die immensen Kosten für die Bewältigung des laufenden Betriebs und Gebäudeunterhalts der diversen Bildungseinrichtungen seit Jahren nicht mehr stemmen. Deshalb muss der Freistaat stärker in die Pflicht genommen werden. Die Bildungslandschaft in Augsburg ist vielfältig, aber es gibt auch deutliche Defizite z.B. bei der Bereitstellung von Realschulkapazitäten. Der im Augsburger Osten geplante Neubau einer Realschule muss deutlich früher fertiggestellt werden, als derzeit geplant. Hierfür sollten auch neue Konzepte wie die Verwendung von vorgefertigten Holzständermodulen in Betracht gezogen werden.
Generation Aux: Bildung ist für uns der Schlüssel zu Teilhabe und Zukunft. Sie ist die Grundlage für einen funktionierenden Alltag und eine starke Stadtgesellschaft. Bildung endet nicht mit dem Schulabschluss. Deshalb wollen wir lebenslanges Lernen fördern. Der aktuelle Zustand der Schulen ist nicht tragbar. Wir priorisieren die Sanierung bestehender Bildungsinfrastruktur. Neue Schulen möchten wir nicht mehr nach dem „Flurschul Prinzip“ planen, sondern neue und innovative Bildungsorte entwickeln. Bildung muss für alle erreichbar sein: mit verlässlicher Infrastruktur, mehr Praxis, mehr Kooperationen und Angeboten, die im Alltag wirklich funktionieren.
Augsburg in Bürgerhand: Über 1500 Kinder haben im letzten Jahr kein Betreuungsangebot erhalten – ein Rechtsverstoß. Kurzfristige Lösungen: Einbindung alternativer Träger, mobile Betreuungsgruppen und Kooperationen mit Umlandgemeinden. Schnellstmöglich aber der rechtskonforme Ausbau von Kindertagesstätten. Sprachförderung muss schon im Vorschulalter erfolgen. – Seit Jahrzehnten fehlt es an Investitionen an unseren Schulen. Die Folge: Katastrophale Zustände in Räumen, sanitären Anlagen und Turnhallen. Weit über momentane Haushaltsmittel hinaus muss die Bereitstellung von Investitionen erfolgen, auch für flexible Betreuungsmodelle an den Nachmittagen.
Die Partei: Augsburg fehlen KiTa-Plätze – das ist inakzeptabel. Wir fordern zwölf neue KiTas sofort. Gegen Personalmangel setzen wir auf technologische Hilfe: KI-gestütztes K.I.Ta-Personal entlastet Fachkräfte, die sich in KiffTas erholen können. So bleibt Bildung verlässlich, menschlich und zukunftsfähig.
WSA: Die WSA fordert funktionierende Schulen statt endloser Diskussionen. Wir wollen Sanierungen beschleunigen, Baurecht digitalisieren und Bürokratie abbauen. Gleichzeitig setzen wir uns für Verhandlungen über eine mögliche Verstaatlichung kommunaler Schulen ein, um die Stadt finanziell zu entlasten. Bildung braucht verlässliche Rahmenbedingungen – und eine Politik, die Verantwortung übernimmt.
V-Partei³: Die V-Partei³ – Veränderung. Vielfalt. Vegan. sieht Bildung als zentralen Schlüssel für die positive Entwicklung unserer Gesellschaft. Neben Chancengleichheit und Integration sind ordnungsgemäße, d. h. sanierte Schulgebäude zentrale Themen der Kommunalpolitik. Hier braucht es noch größere Anstrengungen als bisher. Die V-Partei³ fordert inhaltlich mehr Fokus auf eine ökologische Bildung und eine bezahlbare pflanzlich-vollwertige Schulverpflegung in Bioqualität als Beitrag zu Gesundheit, Umwelt und Zukunftsfähigkeit.
Volt: Bildung ist der Schlüssel zu Freiheit, Teilhabe und einer starken Gemeinschaft. Deshalb investiert Volt in moderne Kitas, Schulen und die Realschule Lechhausen: Der Neubau der Realschule in Lechhausen berücksichtigt das wachsende Stadtviertel und wird deshalb von Volt unterstützt. Durch Förderprogramme wie den DigitalPakt Schule modernisieren wir Gebäude mit digitalen Tafeln und Leihgeräten. Sprachförderung und multiprofessionelle Teams sorgen für individuelle Förderung. Frühkindliche Bildung in Kitas legen wir auf ganztägige, gebührenfreie Betreuung aus – für gleiche Chancen von Anfang an.
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