Anzeigen drohen

Pferde-Video vom Rosenmontagszug alarmiert Tierrechtler

  • Philip Buchen

Aktualisiert am 21.02.2026 – 08:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Video lädtPlayer wird geladen

Aufnahmen vom Rosenmontag zeigen gestresste Pferde im stehenden Karnevalszug. (Quelle: t-online)

Schütteln, Zucken – Panik? Ein Peta-Video vom Rosenmontagszug zeigt ein Pferd der Blauen Funken. Für einen Experten ein Zeichen für ein grundlegendes Problem.

Ein Video, das der Kölner Lokalredaktion von t-online vorliegt, zeigt ein Pferd in der Reitergruppe der Blauen Funken beim Kölner Rosenmontagszug in einer augenscheinlichen Stresssituation. Zu sehen ist, wie das Tier wiederholt Kopf und Hals schüttelt und sich teils hektisch auf und ab bewegt – Verhaltensweisen, die ein Tierrechtsexperte von Peta als klassische Stressanzeichen beim Pferd wertet.

Peter Höffken, Referent bei der Organisation, sagte t-online am Veilchendienstag über den Zoch am Montag: „Leider waren wieder viele Pferde mit den typischen Stressanzeichen zu sehen.“ Neben dem Kopfschütteln nannte Höffken auch Hufscharren als häufig beobachtetes Zeichen von Unruhe und Belastung bei den Tieren. Auch einem t-online-Reporter fielen am Montag an den Aufstellplätzen rund um den Chlodwigplatz mehrere offenbar gestresste Pferde auf. Sie konnten von ihren Betreuern beruhigt werden.

Für Höffken ist die Entscheidung des FKs ein bezeichnendes Signal: „Das sollte zu der Einsicht führen, dass die Pferde auch jederzeit vor anderen Elementen erschrecken und durchgehen können – etwa wegen des enormen Lärmpegels der Menschenmassen oder fliegender Kamelle.“ Peta kündigte an, das umfangreiche Videomaterial der kommenden Wochen auszuwerten und in besonders gravierenden Fällen erneut Anzeigen beim Kölner Veterinäramt zu stellen.

Laut einer Sprecherin des Festkomitees wurde ein Pferd während des Rosenmontagszugs verletzt: Es sei am Rudolfplatz in ein Absperrgitter getreten und habe sich dabei oberhalb des Hufs leicht verletzt. Das Tier sei noch an Ort und Stelle von einem Sachverständigen versorgt worden.

Die Sprecherin sagte t-online zudem: „Das Tier blieb ruhig, wurde aber vorsorglich an der nächstgelegenen Ausschleusestelle aus dem Zug genommen. Weitere Verletzungen gab es nicht, einige wenige Tiere wurden vorzeitig aus dem Zug genommen, weil sie sich unruhig verhielten.“