Aachen/Verl. Der SC Verl hat in der 3. Liga auch sein drittes Auswärtsspiel in diesem Jahr verloren. Die Mannschaft von Trainer Tobias Strobl unterlag vor 19.500 Zuschauern bei Alemannia Aachen verdient mit 1:3 (1:2) und rutschte in der Tabelle vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag beim FC Energie Cottbus auf Rang vier ab.
Für die bis dahin heimschwächste Mannschaft der 3. Liga traf 111 Tage nach ihrem letzten Sieg auf dem Tivoli Toptorjäger Lars Gindorf mit seinem 17. Saisontor zum 1:0 (13.), Mehdi Loune legte nur sechs Minuten später das 2:0 (19.) nach. Alessio Besio verkürzte kurz vor der Pause mit seinem zehnten Saisontor auf 2:1 (38.). Nach der Pause erhöhte Mehdi Loune mit seinem zweiten Treffer an diesem Tag auf 3:1 (65.). Zu allem Überfluss sah Fynn Otto nach einer Notbremse an Mika Schröers (73.) von DFB-Schiedsrichter Deniz Aytekin die Rote Karte.
Gegenüber dem 3:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim II nahm Strobl in der Startelf zwei erzwungene und eine freiwillige Umstellung vor. Für die gelb-gesperrten Martin Ens und Joshua Eze rückten Paul Lehmann (Innenverteidigung) sowie Julian Stark (Mittelfeld) ins Team. Stürmer Jonas Arweiler saß wie so häufig in dieser Saison aus taktischen Gründen zunächst auf der Bank, der vom SC Paderborn 07 ausgeliehene Marco Wörner bildete mit Berkan Taz und Alessio Besio das offensive Trio.
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Erste gelbe Karte bereits nach wenigen Minuten
111 Tage nach ihrem letzten Heimsieg legten die Hausherren spektakulär los, pressten den Sportclub hoch und kamen nach einer Balleroberung direkt zu ihrer ersten Chance. Drittliga-Toptorjäger Lars Gindorf (16 Treffer) verpasste eine Hereingabe von Joel da Silva Kiala nur um einen halben Schritt (2.).
Der erfahrene DFB-Schiedsrichter Deniz Aytekin zückte bereits in der sechsten Minute zum ersten Mal die Gelbe Karte, der Aachener Faton Ademi hatte Timur Gayret gefoult. Gindorf brachte mit seinem 17. Saisontor die nach zuvor vier ungeschlagenen Spielen selbstbewusst auftretende Alemannia dann in Führung.
Der Sportclub verteidigte zu luftig, Gindorf umkurvte Fynn Otto und schloss mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke zum 1:0 (13.) ab. Nur sechs Minuten später stand es bereits 2:0. Fynn Otto bekam Druck von Mehdi Loune und spielte einen fatalen Pass in den Fuß von Gindorf, der in den Strafraum eindrang und wieder quer auf Loune ablegte.
Kurz vor der Halbzeit gelingt der Anschlusstreffer
Der Aachener schob den Ball ins leere Tor (19.). Tobias Strobl tobte an der Seitenlinie, denn seine Mannschaft bekam gegen die in den Zweikämpfen viel giftigeren Hausherren überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel. Mit der 2:0-Führung im Rücken überließ die Alemannia den Ostwestfalen nun mehr den Ball, Kapital konnte der bis dahin in der Offensive völlig harmlose Sportclub daraus aber nicht schlagen.
Eine Einzelaktion von Alessio Besio leitete den Verler Endspurt im ersten Durchgang ein. Der Schweizer U21-Nationalspieler zirkelte einen Distanzschuss an die Querlatte, Sekunden später zwang Berkan Taz TSV-Keeper Fotios Pseftis zu einer Glanztat (beides 37.). Den anschließenden Eckball schlug Taz hoch auf den Kopf von Oualid Mhamdi und Besio stocherte den abgelegten Ball aus kurzer Distanz zum 2:1 (38.) über die Linie.
Der Sportclub kam konzentriert aus der Pause und setzte sich direkt in der Aachener Hälfte fest. Julian Stark hätte nach 56 Minuten das 2:2 erzielen müssen. Zunächst scheiterte er nach einem tollen Zuspiel von Fynn Otto an Fotios Pseftis, die anschließende Flanke setzte Stark aus kürzester Distanz mit dem Kopf an die Unterlatte – der Ball sprang genau auf die Linie und dann aus dem Tor heraus.
SC Verl kassiert in der zweiten Halbzeit eine rote Karte
Beim direkt anschließenden Gegenangriff zeigte Philipp Schulze seine ganze Klasse. Den knackigen Schuss von Mika Schröers parierte der Verler Schlussmann bärenstark mit der rechten Hand (57.). Nun ging es Schlag auf Schlag, Berkan Taz zwang Fotios Pseftis zu seiner nächsten Glanztat (60.). Während die Verler den Ausgleich liegen ließen, schlug Mehdi Loune nach einer feinen Einzelaktion ein zweites Mal zu.
Der Aachener ließ an der Strafraumgrenze Fynn Otto und Paul Lehmann wie Slalomstangen stehen und schloss mit einem Schuss über die Schulter von Philipp Schulze zum 3:1 (65.) ab. Seinen absolut gebrauchten Tag „krönte“ Fynn Otto mit einem Platzverweis. Nach einem schweren Stockfehler wäre Mika Schröers frei durch gewesen, Otto zog den Aachener an der Schulter und sah von Deniz Aytekin wegen einer Notbremse die Rote Karte (73.). Die Entscheidung war dennoch hart, denn Paul Lehmann hätte wohl noch eingreifen können. Mit dieser Szene war bei den Verlern der Stecker gezogen.
Lesen Sie hier das Heimspiel des SC Verl gegen die TSG Hoffenheim II nach