In diesem Jahr haben erstmals zwei Schülerinnen in Mecklenburg-Vorpommern eine mündliche Abiturprüfung im Fach Plattdeutsch absolviert.

AUDIO: Plattdeutsch als Muttersprache: Kulturgut mit Zukunftschance (1 Min)

Stand: 21.02.2026 10:30 Uhr

Der 21. Februar wurde im Jahr 2000 von der Unesco als „Tag der Muttersprache“ ausgerufen. Seitdem wird jährlich die Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt in den Fokus gerückt. Und in MV schließt das natürlich das Plattdeutsch ganz besonders ein.

Wenn Mundarten und Dialekte nicht mehr gelernt werden, verschwinden sie schleichend. Gut die Hälfte der weltweit gesprochenen Sprachen gilt als vom Aussterben bedroht. In MV arbeitet Johanna Bojarra mit daran, dass das Plattdeutsch nicht das gleiche Schicksal ereilt. Bojarra ist Referentin für Niederdeutsch und immaterielles Kulturerbe beim Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern. „Der ‚Internationale Tag der Muttersprache‘ am 21. Februar macht uns bewusst, dass bei uns nicht nur Hochdeutsch gesprochen wird. Plattdeutsch zu sprechen schafft Heimatverbundenheit und ist ein Türöffner für das Erlernen weiterer Sprachen“. Um die niederdeutsche Sprache als lebendiges Kulturgut zu fördern und zu erhalten, organisiert der Verband unter anderem die plattdeutschen Wochen sowie den runden Tisch, bei dem Teilnehmende regelmäßig Einblick in ihre niederdeutsch geschriebenen Texte geben und zum Mitreden einladen.

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Zwar seien es immer noch überwiegend die Älteren, die Plattdeutsch sprechen. Durch das Angebot in Schulen und Kindergärten finde jedoch auch die junge Generation zunehmend Zugang zur Sprache, so Bojarra. Zum Beispiel kann landesweit an insgesamt vier Gymnasien Plattdeutsch bis zum Abitur belegt werden. „Sprechen braucht Übung. Daher würden wir uns wünschen, dass Niederdeutsch noch mehr Raum einnimmt, denn sonst geht vor allem die gesprochene Sprache verloren“, sagt Anett Maaß, die stellvertretende Leiterin der Kita „De lütten Schieters“ in Murchin (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Hier üben schon die Jüngsten niederdeutsche Gedichte und Lieder ein, um sie bei Feiern vorzutragen.

Einsendungen für Geschichtenwettbewerb „Vertell doch mal“

Und auch der NDR bietet regelmäßig großen und kleinen Plattschnacker die Möglichkeit, mit ihren Geschichten die Tradition regionaler Mundarten weiterzuschreiben. Die beste Gelegenheit ist der zusammen mit Radio Bremen um dem Ohnsorg-Theater veranstaltete Wettbewerb „Vertell doch mal“, der in diesem Jahr unter dem Motto „Kuddelmuddel“ nach Beiträgen sucht. Die Bewerbungsfrist für den Kurzgeschichtenwettbewerb endet am 1. März.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 21.02.2026 | 08:00 Uhr