Auch in diesem Jahr waren die Filmfestspiele von politischen Debatten begleitet. Die Gala der Internationale Filmfestspiele Berlin nutzten einige Preisträger:innen für Statements. Mit den Worten „Ihr seid nicht allein“ erinnerte Regisseur Emin Alper an die vielen Opfer in weltweiten Konfliktgebieten. Vereinzelt gab es pro-palästinensische Statements und Symbole. Der syrisch- palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib, der für „Chronicles From the Siege“ mit dem Preis für das beste Spielfilmdebüt (Sektion Perspectives) geehrt wurde, warf Deutschland vor, an einem „Genozid in Gaza“ mitzuwirken. Die libanesische Regisseurin Marie-Rose Osta, Preisträgerin des Goldenen Bären für den Besten Kurzfilm („Someday a Child“), erinnerte an Kinderopfer im Libanon und in Gaza. Vom Publikum wurden die Äußerungen teils mit Beifall und teils mit Pfiffen quittiert.

Im Verlauf des Festivals hatte ein im Branchenblatt“Variety“ veröffentlichter offener Brief von rund 80 internationalen Filmschaffenden, darunter Tilda Swinton, die Berlinale wegen „institutionellen Schweigens“ zum Gaza-Krieg kritisiert. Auch Äußerungen von Jurypräsident Wim Wenders zur Rolle von Kunst und Politik hatten Kritik ausgelöst. Der Goldene-Bär-Gewinner İlker Çatak hatte am Samstagnachmittag zudem gemahnt, komplexe politische Fragen bräuchten mehr Raum und Kontext als kurze Presse-Statements erlauben. Intendantin Tricia Tuttle verteidigte auf der Gala die Berlinale als Ort kontroverser, aber offener Debatten.