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Berlin – Ein deutscher Regisseur holt den Goldenen Bären – zum ersten Mal seit über 20 Jahren! İlker Çatak (42) gewann mit seinem Politdrama „Gelbe Briefe“ die wichtigste Auszeichnung der Berlinale. Zuletzt hatte Fatih Akin (52) 2004 mit „Gegen die Wand“ triumphiert.
Çatak, der bereits mit „Das Lehrerzimmer“ für Aufsehen sorgte, erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara. Wegen ihrer deutlichen politischen Haltung verlieren sie ihre Jobs – und geraten in materielle Not. Sie sollen mundtot gemacht werden.
Der Film spreche sehr deutlich „die politische Sprache des Totalitarismus“, sagte Jury-Präsident Wim Wenders (80) bei der Verleihung am Samstagabend in Berlin. Er sei eine angsteinflößende Vorahnung, wie es möglicherweise bald auch in anderen Ländern aussehen könnte.

İlker Çatak bei seiner Siegesrede auf der Berlinale-Bühne
Foto: Christoph Soeder/dpa
Sandra Hüller räumt ab
Schauspielerin Sandra Hüller (47) wurde mit einem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet. Die Thüringerin überzeugte in Markus Schleinzers (54) Drama „Rose“ als Frau, die sich im 17. Jahrhundert in einem abgelegenen Dorf als Mann ausgibt. Für Hüller ist es bereits der zweite Silberne Bär – 2006 hatte sie die Auszeichnung schon einmal für „Requiem“ gewonnen.
Den Großen Preis der Jury holte die Tragödie „Kurtuluş“ des türkischen Regisseurs Emin Alper. Der Film erinnert stilistisch an einen Western und handelt vom mörderischen Kampf zweier Dorfgemeinschaften gegeneinander.

Sandra Hüller (47) durfte sich über den Silbernen Bären freuen
Foto: EPA
Doppelter Triumph für Demenzdrama
Das Demenzdrama „Queen at Sea“ des Amerikaners Lance Hammer (58) räumte gleich zweimal ab. Der Film erhielt den Preis der Jury. Zudem gewannen die Briten Anna Calder-Marshall (79) und Tom Courtenay (88) einen Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle. Calder-Marshall spielt eine demenzkranke Frau, Courtenay ihren Ehemann.
Der Regie-Preis ging an den Briten Grant Gee (61) für das Jazzmusiker-Porträt „Everybody Digs Bill Evans“. Die Kanadierin Geneviève Dulude-de Celles bekam einen Silbernen Bären für das Drehbuch des Spielfilms „Nina Roza“.

Lance Hammer (58) erhielt für „Queen at Sea“ den Preis der Jury
Foto: Christoph Soeder/dpa
Syrisch-palästinensischer Filmemacher gewinnt Debütpreis
Für eine herausragende künstlerische Leistung wurde der Film „Yo (Love is a Rebellious Bird)“ der US-Amerikaner Anna Fitch und Banker White geehrt. Das Drama „Chronicles From the Siege“ des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib (37) wurde als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet.
2025 hatte der Spielfilm „Drømmer“ („Oslo Stories: Träume“) des norwegischen Regisseurs Dag Johan Haugerud (61) den Goldenen Bären gewonnen.