Es gibt und gab keines, das größer ist: Die „USS Gerald R. Ford“ ist das größte jemals gebaute Kriegsschiff der Welt. Aktuell ist sie auf dem Weg durch das Mittelmeer, Kurs: Golfregion. Dort ziehen die USA gerade die größte Streitmacht seit Jahrzehnten zusammen, darunter ein weiterer Flugzeugträger. Ihr Ziel ist der Iran, das Mullah-Regime in Teheran und dessen Raketen- und Atomwaffenprogramm.
US-Präsident Donald Trump will die Mullahs dazu bringen, die Anreicherung von Uran – unerlässlich zum Bau von Nuklearwaffen – einzustellen. Für die Verhandlungen hat Trump dem Regime, das zuletzt Tausende seiner eigenen Bürger hat töten lassen, noch eine letzte Frist gesetzt. Bis Anfang März muss es eine Einigung geben. Sonst dürfte die US-Streitmacht losschlagen. Der „USS Gerald R. Ford“ würde dabei eine zentrale Rolle zufallen.
13-Milliarden-Dollar-Koloss
Denn der Flugzeugträger ist nicht nur in nackten Zahlen beeindruckend: Rund 4500 Menschen Besatzung und bis zu 90 Jets und Helikopter transportiert der von zwei Kernreaktoren angetriebene 100.000 Tonnen schwere und 337 Meter lange Gigant. Knapp 13 Milliarden US-Dollar hat das Schiff gekostet – Flugzeuge und Hubschrauber schlagen extra zu Buche. Am Tag verschlingt der Einsatz zwischen sechs und sieben Millionen Dollar. Zum Vergleich: Die wegen ihrer Brutalität kritisierte Abschiebebehörde ICE hat für das Jahr 2026 ein Budget von rund 12,5 Milliarden US-Dollar bewilligt bekommen.

Beeindruckend sind vor allem die Fähigkeiten, die 13 Milliarden US-Dollar bezahlen. Anders als ihre Vorgänger verfügt die „USS Gerald R. Ford“ über ein magnetisches Katapultsystem. Frühere Träger nutzten dampfgetriebene Anlagen, um ihre Jets von der Startbahn zu schießen.

Ein Kampfjet hebt vom Deck der „USS Gerald R. Ford“ ab.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Bei den neuen Systemen liegen unter der Startbahn Hunderte elektromagnetische Spulen. Wenn Strom fließt, erzeugen sie ein wanderndes Magnetfeld. Der Schlitten, an dem das Flugzeug hängt, wird von diesem Magnetfeld mit extrem hoher Geschwindigkeit die Bahn entlanggezogen. Das sorgt für materialschonendere Starts und vor allem für mehr Starts pro Stunde. Zusammen mit neu designten Munitionsaufzügen kann die „Gerald R. Ford“ rund 25 Prozent mehr Starts durchführen, als die alten Superträger der „Nimitz“-Klasse.
„Gerald R. Ford“: So sieht es an Bord des US-Flugzeugträgers aus
Bis an die Zähne bewaffnete Kleinstadt
Wie auch ihre Vorgänger, ist die „Gerald R. Ford“ eine Art schwimmende Stadt: Zwei riesige Speisesäle und mehrere Cafés versorgen die 4500 Menschen an Bord täglich. Rund 15.000 Mahlzeiten werden hier am Tag ausgegeben. Ein voll ausgestattetes Krankenhaus versorgt die Besatzung mit Operationssälen, Intensivstation, Zahnärzten und einer Apotheke.
Mehrere Fitnessstudios, Kapellen für verschiedene Religionen, Gaming- und TV-Lounges und eine bordeigene Fernseh- und Radiostation sorgen für Zeitvertreib zwischen den Schichten und auf den langen Einsätzen: Die Seeleute sind meist sechs bis neun Monate von ihren Familien getrennt. Die psychische Belastung kann groß ausfallen, vor allem in „River City“-Momenten. Dann ist die Kommunikation für die Menschen an Bord mit der Außenwelt gekappt. Im Extremfall heißt das: wochenlang kein Kontakt zu den Liebsten.

Oft monatelang im Einsatz: die Crew des Trägers.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Auch für solche Momente hat das Schiff ein ganz besonderes Besatzungsmitglied: Captain Sage. Die speziell ausgebildete Golden-Retriever-Hündin kann gestressten Seeleuten in schwierigen Momenten helfen, mit ihren Gefühlen umzugehen.

Flugzeugträger: Diplomatisches Druckmittel
Das wichtigste Ziel eines Einsatzes: Abschreckung. Die „USS Gerald R. Ford“ ist bis an die Zähne bewaffnet, nicht nur mit Flugzeugen. Wie alle Flugzeugträger der US-Navy gehört sie zu einer Carrier Strike Group, einem Verband aus mehreren Schiffen und U-Booten, der zusammen die politische Statik einer ganzen Region beeinflussen kann.
Seine Anwesenheit ist ein Signal an die Gegner der US-Regierung, eine Aufforderung, sich genau zu überlegen, wie ein Waffengang mit so einem Feind wohl ausgehen würde. Wenige Waffen im Arsenal des Weißen Hauses sind so ein Druckmittel, wie ein Flugzeugträger und seine Strike Group.

Bis zu 270 Starts am Tag: Rund alle sechs Minuten kann hier ein Jet abheben.
© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Im Ernstfall können von dem Schiff bis zu 270 Mal am Tag Flugzeuge starten, darunter die F-35-Tarnkappenjets der Navy. Die Flugzeuge können tief in gegnerisches Gebiet eindringen, ohne von Radar erkannt zu werden. Ziele im Umkreis von über 1000 Kilometern lassen sich so aus der Luft angreifen, während die Raketenkreuzer und U-Boote der Strike Group ihrerseits mit Lenkwaffen feindliche Ziele bekämpfen können.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.

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So sind die Worte des US-Präsidenten niemals als leere Drohungen zu verstehen. Donald Trump hat Teheran eine ziemlich deutliche Linie aufgezeigt: „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich.“ Kurz zuvor hatte Trump bereits gewarnt, die Welt werde „wahrscheinlich in den nächsten zehn Tagen herausfinden“, in welche Richtung es mit dem Iran gehen werde.