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In vielen Automatik-Fahrzeugen sind Doppelkupplungsgetriebe verbaut – doch sechs typische Bedienfehler können teuer werden. Der ADAC erklärt, worauf Sie achten sollten.

München – Früher war eine Automatik etwas ganz Besonderes – heutzutage ist dagegen das Schaltgetriebe ein Auslaufmodell. Wer ein Auto mit Automatik kauft, bekommt in Europa in der Regel eines von zwei Systemen: eine klassische Wandlerautomatik oder ein Doppelkupplungsgetriebe. Die Wandlerautomatik überträgt die Motorkraft über einen mit Öl gefüllten Drehmomentwandler – sanft und komfortabel, aber mit leichten Effizienzverlusten. Sie steckt vor allem in großen Limousinen, SUVs und Geländewagen, unter anderem auch, weil sie ein extrem hohes Drehmoment verträgt.

Ein Automatik-SchalthebelViele moderne Autos haben kein manuelles Schaltgetriebe mehr. Welche Fehler man bei einem Doppelkupplungsgetriebe vermeiden sollte, erklärt nun ein ADAC-Experte. (Symbolbild) © Pond5 Images/Imago

Das Doppelkupplungsgetriebe setzt dagegen auf zwei mechanische Kupplungen, die abwechselnd die geraden und ungeraden Gänge bedienen. Das ermöglicht schnelle Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung bei niedrigerem Verbrauch. VW hat die Technik unter dem Markennamen DSG populär gemacht. Andere Hersteller nutzen eigene Namen: Bei Porsche heißt es PDK, bei Audi S tronic, bei Hyundai und Kia schlicht DCT. So sportlich und effizient die Technik auch ist – sie reagiert empfindlich auf Fehlbedienung. In einem YouTube-Video erklärt ein ADAC-Experte nun sechs typische Fehler, die Autofahrer unbedingt vermeiden sollten.

1. Zu wenig Bremsdruck im Stand

Wer an der Ampel den Fuß nur leicht auf der Bremse ruhen lässt, tut seinem Getriebe keinen Gefallen. Bei zu geringem Bremsdruck kann die Kupplung permanent schleifen – erkennbar daran, dass die Drehzahl leicht ansteigt, obwohl das Fahrzeug steht. Die Folge: Die Kupplung wird heiß und verschleißt unnötig. Der Tipp des Experten: Bremse konsequent durchtreten. Bei längeren Standphasen auf Neutral schalten oder die Auto-Hold-Funktion nutzen.

2. Zentimeterweise an die Haltelinie kriechen

Zentimeter für Zentimeter an die Haltelinie einer Ampel heranrollen – was harmlos wirkt, bedeutet für die Kupplung Schwerstarbeit. Bei jedem Mini-Stopp muss sie erneut schleifen und wieder anfahren. Der Verschleiß summiert sich, ohne dass man schneller vorankommt. Besser: stehenbleiben und dann in einem Zug anfahren.

3. Manövrieren bei rollenden Rädern

Beim Ausparken schon in den Vorwärtsgang schalten, während das Auto noch rückwärts rollt? Keine gute Idee. Die Kupplung muss erst die Restbewegung abbremsen und dann neu beschleunigen – das erzeugt erheblichen Verschleiß. Am Berg oder mit Anhänger wird es noch kritischer. Deshalb: Erst vollständig stehenbleiben, dann schalten und sauber anfahren.

Maut, Pflichten, Geschwindigkeit: Diese Regeln gelten bei der Reise mit dem Auto ins AuslandMontage aus drei Bildern: Mautstation in Italien, Vignette in Österreich, Polizist stoppt Auto in Tschechien.Fotostrecke ansehen4. Sofort losfahren nach dem Starten

Motor an, sofort D einlegen, Gas geben – das kann dem Getriebe schaden, weil es zunächst Öldruck aufbauen muss. Besonders bei Kälte braucht das System einen Moment. Der Rat: Nach dem Anlassen ein paar Sekunden warten, dann den Gang einlegen und losfahren. „Alles mit Ruhe und Gelassenheit“, so der ADAC-Fachmann.

5. Dauerhaft im manuellen Modus fahren

Wer permanent im manuellen Modus bei hohen Drehzahlen hoch- und herunterschaltet, beansprucht die Kupplungen unnötig. Gelegentliches manuelles Schalten – etwa beim Überholen oder auf Bergab-Passagen – ist kein Problem. Im Alltag sollte man dem Getriebe aber die Arbeit im Automatikmodus überlassen.

6. Den Getriebeölwechsel vernachlässigen

Verschmutztes Getriebeöl kann auf Dauer zu ernsthaften Schäden führen. Der ADAC-Experte empfiehlt einen Blick ins Serviceheft: Die meisten Hersteller sehen einen Ölwechsel zwischen 60.000 und 120.000 Kilometern vor. „Das kostet zwar ein paar Hundert Euro, spart euch später aber teure Reparaturen“, so sein Fazit. Und auch wenn es nicht vorgeschrieben ist, rät der Fachmann zu einem Getriebeölwechsel alle 100.000 Kilometer.

Jedes Getriebe dankt es seinem Fahrer, wenn es pfleglich behandelt wird. Die sechs Tipps des Experten zeigen, dass es oft kleine Gewohnheiten im Alltag sind, die über ein langes Getriebeleben oder einen teuren Schaden entscheiden. Wer bewusst fährt, schont nicht nur die Technik, sondern am Ende auch den Geldbeutel. (Quelle: YouTube/ADAC, eigene Recherche) (sop)