ÖPNV-Warnstreik in Frankfurt im Februar 2025.

Stand: 21.02.2026 • 16:37 Uhr

Die Streiks im kommunalen Nahverkehr gehen in die nächste Runde. Für Dienstag ruft die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte in Kassel, Frankfurt, Wiesbaden, Gießen und Marburg auf, ihre Arbeit niederzulegen.

Der Ausstand soll mit Betriebsbeginn am Dienstagmorgen beginnen und in der Nacht zum Mittwoch enden, wie die Gewerkschaft Verdi am Samstag ankündigte. Aufgerufene Betriebe sind die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die Stadtwerke Gießen und die Marburger Verkehrsgesellschaft mbh (MVG) sowie die Kasseler Verkehrsbetriebe (KVG) und die Wiesbadener ESWE Verkehr.

Erhebliche Einschränkungen in Wiesbaden und Kassel

ESWE teilte am Samstag mit, dass die meisten ESWE-Verkehr-Linien in Wiesbaden ausfallen. Trotz Streiks fahren demnach die Linien 5, 28, 39 und 46 sowie die Regionalbusse. Es könnte aber auch hier zu Einschränkungen kommen.

In Kassel und in Teilen des Umlands müssen Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen im ÖPNV rechnen, wie die KVG ankündigte. „Nach aktuellem Stand werden weder Busse noch Trams der KVG fahren.“ Das gelte für die KVG-Linien 1 bis 29. Auch die Bahnen der RegioTram Gesellschaft (RTG) seien betroffen.

Im Stadtgebiet Kassel stehen laut der KVG als Ausweichmöglichkeiten verschiedene regionale Bus- und Zugverbindungen zur Verfügung, die unabhängig vom Warnstreik verkehren. Auch die RTG stelle voraussichtlich gemeinsam mit ihren Partnerunternehmen ein Ersatzangebot bereit, hieß es.

Wohl wenig Auswirkungen in Gießen und Marburg

In Frankfurt, Gießen und Marburg sind die Auswirkungen des Streiks noch unklar. Allerdings hatten die vorangegangenen Streikaufrufe in Gießen und Marburg kaum Folgen, da dort nur wenige Beschäftigte gewerkschaftlich organisiert sind. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund kündigte weitere Informationen an.

Verdi kritisiert Kürzung bei Zulagen

Hintergrund ist der Streit über den Tarifvertrag Nahverkehr Hessen (TV-N). Darin sind unter anderem Arbeitszeiten, Urlaubstage, Eingruppierungen und Zuschläge geregelt.

Der jetzt angekündigte Warnstreik richtet sich laut Verdi gegen die Bestrebungen der Arbeitgeberseite, „kräftig bei tariflich vereinbarten Zulagen sparen zu wollen“. Es handelt sich bereits um den fünften Streikaufruf in den laufenden Verhandlungen.

Arbeitgeber halten Streik für überzogen

Am Mittwoch, unmittelbar nach dem Streik, wollen beide Seiten die Gespräche wieder aufnehmen. Die vorherige Verhandlungsrunde war gescheitert.

„Wir machen jetzt nochmal Druck mit dem weiteren hessenweiten Streik. Damit machen wir deutlich, dass wir entschlossen sind, keine tariflich erprobten Vereinbarungen zu opfern“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel. Die Verhandlungsführerin der kommunalen Arbeitgeber, Marion Hebding, hatte schon zuvor weitere mögliche Streiks als völlig überzogen kritisiert.

Nach dem Streik ist vor dem Streik

In den fünf betroffenen Städten hatte es bereits Anfang Februar einen Warnstreik gegeben. Hinzu kamen in den vergangenen Tagen Einzelaufrufe in mehreren Städten.

In Wiesbaden waren die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft ESWE zuletzt am Freitag in den Streik gegangen. Eine Woche zuvor waren die Fahrer der blauen Busse und Bahnen der KVG in Kassel dem Streikaufruf von Verdi gefolgt.

Am Donnerstag streikten die U- und Straßenbahnen in Frankfurt, was angesichts der winterlichen Wetterverhältnisse und S-Bahnausfällen zu teils chaotischen Verhältnissen auf den Straßen führte. Auch in Marburg und Gießen gab es Arbeitsniederlegungen, allerdings in geringerem Umfang angesichts unterschiedlicher Tarifverträge für das Fahrpersonal.

Hessischer Rundfunk