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Berlin – Ist das Leben mit Kindern einfach zu teuer? BILD-Autorin Alexandra Würzbach schrieb in ihrer neuen Kolumne „Geht das nur mir so?“ über Paare, die zwar gut verdienen, aber gleichzeitig hohe Ausgaben schultern müssen – und sich deshalb nicht selten aus Kostengründen gegen Kinder entscheiden. Das Thema traf einen Nerv – und wie jetzt herauskommt, sieht ein Großteil der Deutschen das Thema ähnlich. Viele Deutsche wollen offenbar schon gern Eltern sein – trauen sich aber nicht wegen der Kosten!

Das geht aus einer exklusiven Insa-Blitz-Umfrage für BILD am SONNTAG hervor. 1.003 Bürger wurden am 19. und 20. Februar 2026 befragt. Das Ergebnis ist ein Warnsignal für ein Land, das ohnehin seit Jahren mit niedrigen Geburtenzahlen kämpft.

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Mehrheit: Kinder zu teuer!

55 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass man sich in Deutschland keine Kinder mehr leisten kann. Nur 34 Prozent widersprechen. Elf Prozent sind unentschieden. Mehr als jeder Zweite hält Kinder also für ein finanzielles Wagnis.

Der Haupttreiber der Baby-Bremse: das ganz normale Leben. 81 Prozent der Befragten nennen die hohen Lebenshaltungskosten – Miete, Lebensmittel, Energie, Alltag. Auf Platz zwei der Kostentreiber: Steuern und Abgaben. 59 Prozent sagen, der Staat greife zu tief ins Portemonnaie. Vom Brutto bleibt netto oft so wenig übrig, dass für Windeln, Kinderzimmer und Klassenfahrt kaum Spielraum bleibt.

Im Westen fehlen Kita-Plätze

58 Prozent der Befragten beklagen zudem zu wenig Kita- und Betreuungsplätze. Selbst wer arbeiten will, kann es häufig nicht – weil es an Plätzen fehlt oder die Öffnungszeiten nicht zum Job passen. Allerdings: Dies ist hauptsächlich ein westdeutsches Problem. Hier fehlen nach wie vor Krippen- und Kitaplätze für rund 15 Prozent der unter dreijährigen Kinder. Im Osten dagegen werden wegen der sinkenden Geburten erste Kitas geschlossen. Gleich in Ost und West dagegen: 40 Prozent nennen den Verdienstausfall durch Elternzeit oder Teilzeit als entscheidenden Faktor. Wer kürzertritt, verliert Einkommen – oft dauerhaft.

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Fast jeder Zweite (48 Prozent) findet außerdem, dass die finanzielle Unterstützung vom Staat nicht ausreicht. Kindergeld, Elterngeld, Zuschüsse – offenbar empfinden viele Familien das nicht als echte Entlastung, sondern eher als Tropfen auf den heißen Stein.

Insa-Chef Hermann Binkert (61) zu BILD: „Die Mehrheit der Deutschen, darunter über 60 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, findet, dass man sich in Deutschland heute keine Kinder leisten kann. Das ist dramatisch und müsste die Politik fordern. Was nutzen all die Debatten für eine gute Zukunft, wenn die nachfolgende Generation fehlt?“