Tiere haben ihr Verhalten geändert

Erste Weißstörche wurden rund um Aachen gesichtet

22.02.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 2 Min.

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Weißstorch mit Jungvögeln (Archovbild): Die Rückkehr signalisiert eine wachsende Population in NRW. (Quelle: Chris Emil Janssen via www.imago-images.de)

Die ersten Weißstörche sind zurück in der Städteregion Aachen. Vogelschützer beobachten die Tiere aktuell auf Horsten und Wiesen – ein Signal für eine wachsende Population.

In der Städteregion Aachen sind erstmals in diesem Jahr wieder Weißstörche gesichtet worden. Vogelschützer berichten von einzelnen Tieren auf Horsten und bei der Nahrungssuche in den Wiesen rund um die Stadt. Die Rückkehr der Vögel signalisiert einen starken Bestand in Nordrhein-Westfalen.

Nach Angaben der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft erreichte die Zahl der Weißstörche in NRW 2025 mit 1.027 Brutpaaren und 1.540 ausgeflogenen Jungvögeln einen historischen Höchststand. Michael Jöbges, 2. Vorsitzender der Gesellschaft, bezeichnete dies als die höchste Populationszahl seit etwa 500 Jahren.

Auch in anderen Regionen des Landes, darunter auf der Bislicher Insel im Kreis Wesel, den Rieselfeldern in Münster und den Ahsewiesen im Kreis Soest, wurden die ersten Störche beobachtet. Das Aktionskomitee Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke meldete Anfang Februar 14 Horste mit Paaren und 27 Horste mit einzelnen Tieren. Einige Störche waren bereits im Januar zurückgekehrt.

Die meisten Tiere in NRW sind inzwischen sogenannte Westzieher. Sie überwintern in Westafrika oder auf der Iberischen Halbinsel, wo sie auf Mülldeponien und Feldern ausreichend Nahrung finden. Diese Route ist kürzer und weniger gefährlich als die östliche Route über den Balkan bis nach Ostafrika, die früher dominierte.

Doch inzwischen überwintern einige Störche auch in Deutschland selbst. Hier werden zwischen November und Januar vermehrt die sogenannten „Winterstörche“ beobachtet. Die ersten Meldeaktionen des NABU in den beiden vergangenen Winter zeigten, dass mehrere hundert Vögel in der Heimat überwintert haben. Etwa 15.500 Storchenpaare haben zuletzt in Deutschland gebrütet.

Für das veränderte Verhalten der Störche gibt es mehrere Gründe, erklärt Bernd Petri von der NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz: „Die Klimaerwärmung spielt eine Rolle. In immer milderen Wintern finden Weißstörche als Nahrungsopportunisten auch bei uns genug Mäuse, Würmer, kleine Fische und Abfall auf offenen Mülldeponien.“

Denn Weißstörche ziehen vor allem wegen der Nahrungsknappheit im europäischen Winter. Finden sie aber genug Futter, ersparen sich einige den kräftezehrenden Zug. So sind sie auch früher in den Brutgebieten und können die besten Neststandorte besetzen.