Vor ziemlich genau einem Jahr hatte das Schweizer Trio Starbugs Comedy im ausverkauften Albert-Einstein-Forum die Fans begeistert. Am Freitag konnte es an diesen Erfolg mit dem neuen Programm „Showtime!“ anknüpfen.
Die Idee, „Comedy ganz ohne Worte“ – oder zumindest ohne zusammenhängende Sätze – ist die Erfindung der drei Jungs aus der Schweiz. Sie schonen zwar die Stimmbänder, sind aber ansonsten mit vollem Körpereinsatz dabei.
Das Trio wirkt jugendlich frisch und schwer unterscheidbar. Tatsächlich sind die Männer schon 44, 46 und 51 Jahre alt. Martin Burtscher ist der mit den langen Haaren, Wassilis Reigel ist – in Bezug auf die Körpergröße – der Kleinste, und der Dritte heißt Fabian Berger. Sie kennen sich bereits seit ihrer Kindheit, sind schon in New York und Tokio aufgetreten, und Kaarst durfte da natürlich auch nicht fehlen.
Das Publikum, das es den Comedians leicht machte, weil es von Beginn an begeistert mitging, sah zunächst die Akteure lediglich definiert über Lichtstreifen in unterschiedlichen Farben, die sich nach der Musik bewegten. Wenn es den Begriff „Lichtgestalten“ noch nicht gegeben hätte, spätestens jetzt hätte er erfunden werden müssen.
Im Dunkeln ist bekanntlich gut munkeln. Ganz in diesem Sinne durfte das Publikum gespannt sein, welche Anblicke ihnen nach einer kurzen Phase der Dunkelheit geboten. Würden sie einen Blick auf den Po von Martin Burtscher werfen können, der zeitweise nur einen String-Tanga tragen sollte? Wieso haben drei Männer mitunter mehr als sechs Arme oder Beine? Die Starbugs-Jungs lieben es, ihr Publikum zu verblüffen und hinters Licht zu führen. Musik, spezielle Geräusche und Nebel erzeugten immer neue Situationen. So erweckten Bodennebel und das Geräusch von Wasser das Gefühl, als würde das Nass über den Bühnenrand hinüberschwappen.
Ein langes schwarzes Brett verbarg, was sich dahinter tat. Da zogen sich die Jungs blitzschnell um, da wusste man nie, welches Körperteil wem zuzuordnen ist, und ob es sich überhaupt um einen echten Arm oder ein echtes Bein handelt. Egal ob Breakdance oder Ballett: Das Trio beherrschte beides und noch so viel mehr. Die Akteure banden immer wieder die Zuschauer mit ein, beispielsweise als sie darum baten, die Lampen der Smartphones einzuschalten, sozusagen als Stimmungsverstärker.
„Ich bin Martin“, dürfte der längste zusammenhängende Text des Abends gewesen sein, mitunter wurde mit Botschaften auf großen Plakaten kommuniziert – das waren dann die eher ruhigen Momente inmitten einer sehr quirligen und ziemlich schrägen Performance mit tollen, immer wieder neuen Effekten. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wussten das zu schätzen, der Applaus war enorm und die Fahrt nach Kaarst dürfte Starbugs Comedy nicht bedauert haben.