Gestrandet in München
Lufthansa lässt Passagiere über Nacht im Flugzeug festsitzen
22.02.2026 – 09:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Flughafen München im Schneebetrieb (Symbolbild). In der Nacht zum Freitag mussten mehrere Passagiere ungeplant in einem Flugzeug übernachten. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)
Reisende eines Kopenhagen-Fluges mussten stundenlang in einem gestrandeten Airbus ausharren. Die Airline fand keine Busse, um die Menschen vom abgelegenen Standplatz zum Terminal zu bringen.
Passagiere des Lufthansa-Flugs LH2446 von München nach Kopenhagen haben die Nacht zum Freitag (20. Februar) unfreiwillig in einem gestrandeten Flugzeug verbringen müssen. Der für 21.30 Uhr geplante Flug wurde nach mehreren Verzögerungen komplett gestrichen, wie aus Informationen der Lufthansa-Website hervorgeht.
Die Reisenden waren zu diesem Zeitpunkt bereits an Bord des Airbus A320neo, der von einem abgelegenen Standplatz starten sollte. Laut Berichten von Passagieren informierte die Crew sie etwa alle 30 Minuten über Versuche, Busse zu organisieren, um sie zurück zum Terminal zu bringen.
Gegen 2 Uhr morgens sollen die Passagiere dann von der Besatzung die Nachricht erhalten haben, dass der Flughafen geschlossen sei und alle Busfahrer nach Hause gegangen seien. Die Fluggäste mussten daher den Rest der Nacht an Bord des Flugzeugs verbringen, wie das Branchenmagazin „One Mile at a Time“ unter Berufung auf eine dänische Boulevardzeitung berichtet.
Besonders unangenehm war die Situation an Bord wegen der Bestuhlung. Besagter Airbus war wie für Kurzstrecken üblich bestuhlt, heißt: Enge Sitze mit wenig Abstand voneinander, keine Decken oder Kissen, wie man es von Langstreckenflügen kennen würde. Außerdem gab es nur einen begrenzten Vorrat an Essen und Getränken.
Der Flughafen München ist neben dem Frankfurter Flughafen eines der großen Lufthansa-Drehkreuze und fertigt jährlich über 40 Millionen Passagiere ab. Trotz dieser Größe und Bedeutung konnte offenbar keine Lösung für die gestrandeten Reisenden gefunden werden.
Erschwerend kam hinzu, dass der Flughafen München eine strikte Nachtruhe ab Mitternacht hat. Diese Regelung schränkt den Betrieb in den Nachtstunden erheblich ein und könnte ein Faktor bei den Schwierigkeiten gewesen sein, die Passagiere vom Flugzeug zu holen.
Erst in den frühen Morgenstunden wurden die Reisenden schließlich zum Terminal gebracht. Dort buchte die Lufthansa sie auf andere Flüge nach Kopenhagen um. Die ersten Passagiere wurden für den 6.40-Uhr-Flug eingeplant, der allerdings ebenfalls eine Verspätung von etwa einer Stunde hatte.
