Bielefeld. Es duftet nach frischer Minze. Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch liegen auf einem Tisch bereit. Für das Kochevent mit den „Pottkiekern“ vom Jöllenbecker Heimatverein hat Gulistan Mohammad außerdem Weinblätter mitgebracht. Die gebürtige Syrerin zeigt Annette Gäsing, Petra Walkenhorst und Bärbel Klauke, wie man in ihrer Heimat Yalanji (gefüllte Weinblätter) zubereitet. Im Stadtteilzentrum Oberlohmannshof stehen an diesem Abend Speisen aus der kurdischen Küche im Mittelpunkt.
Darauf warten gespannt die zehn „Pottkieker“, die sich seit 2023 regelmäßig in der Hedwig-Dornbusch-Schule treffen und dort Spezialitäten aus verschiedenen Ländern kennenlernen. Nun werden sie von den Stadtteilmüttern Atia, Gulistan, Sheima und Asmara in die arabische Gewürzwelt eingeführt. Dazu gehören Kreuzkümmel, Koriander, schwarzer Pfeffer, Knoblauch, Paprika und Chili.
Viele fleißige Hände rollen die Füllung in die Weinblätter.
| © Sylvia Tetmeyer
Einrichtungsleiterin Friederike Kneip begrüßt die Kochfans, die schon an einem großen, gedeckten Tisch Platz genommen haben. Doch zuerst muss geschnippelt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich für eine der vier Gruppen entscheiden. Auf dem Speiseplan stehen syrische Falafel, irakischer Reissalat, kurdische Börek und Weinblätter.
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Kichererbsen, Granatapfel und frische Minze
Die Grundlage für den Salat bildet Basmatireis. Tomaten, Gurke, Paprika und Frühlingszwiebeln. Andrea Schnell und Sabine Demke hacken Petersilie und Dill. Als Besonderheit verwendet die gebürtige Irakerin Sheima Kerne eines halben Granatapfels und Granatapfelsirup. Am Ende wird der Reis mit dem fein gehackten Gemüse und den Kräutern vermengt. Garniert wird mit Granatapfelkernen und gerösteten Nüssen.
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Uwe Biermann versucht sich an der Falafel. Der Vorsitzende des Heimatvereins freut sich darauf, neue Rezepte aus der arabischen Küche kennenzulernen. Er berichtet, dass die Kochgruppe „Pottkieker“ in den vergangenen Jahren in der Hedwig-Dornbusch-Schule schon französisch, italienisch und auch bayrisch gekocht hat. Außerdem bereiten die rund 20 Mitglieder zwischen 19 und 84 Jahren im Sommer am Heimathaus an der Jöllenbecker Amtsstraße Gerichte aus dem „Dutch Oven“ über offenem Feuer zu.
Für die Falafel hat Atia die getrockneten Kichererbsen 24 Stunden lang eingeweicht. Anschließend werden sie mit Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie und Koriander in einem Fleischwolf zu einer feinen Masse verarbeitet. Dann kommen Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer hinzu. Mit den Händen werden flache Taler geformt und in heißem Öl goldbraun und knusprig ausgebacken.
Die syrischen Falafel werden in heißem Öl zubereitet.
| © Sylvia Tetmeyer
Asmara bereitet mit Britta Wemhöner und Katja Holk im Nebenraum Börek zu. „Ich bin die Koordinatorin für die Stadtteilmütter und pädagogische Fachkraft für die Kinder- und Jugendarbeit“, sagt Holk. Dabei schneidet sie den Hefeteig mit einem Pizzaroller in gleichgroße Dreiecke. Es gibt eine Variante mit Hackfleisch und eine vegetarische Füllung mit Feta und Spinat. Vorsichtig rollen die Frauen die Füllung ein und legen die fertigen Schiffchen auf ein Backblech. Bevor sie in den Ofen kommen, werden sie noch mit Eigelb bepinselt. „Das sind schon kleine Kunstwerke“, schwärmt Katja. „Jetzt weiß man, wie viel Arbeit da drin steckt.“
Vegetarier kommen auch auf ihre Kosten
Bald zieht ein verlockender Duft durch das Obergeschoss des Stadtteilzentrums an der Delphinstraße. Nach rund 1,5 Stunden fiebern alle dem Höhepunkt entgegen. Bis dahin hat Gulistan gemeinsam mit Annette Gäsing, Petra Walkenhorst und Bärbel Klauke schon mehrere Dutzend Weinblätter gerollt. Beim Falten muss eine spezielle Technik angewendet werden, damit die Füllung aus Reis, Petersilie, Tomaten, Minze, Zwiebeln und sehr klein geschnittenen Paprika nicht herausquillt.
Die Rollen werden anschließend dicht nebeneinander kreisförmig in einen Topf geschichtet und anschließend mit einer Soße aus Wasser, Öl, Granatapfelsirup und Zitrone bedeckt. Ausnahmsweise hat Gulistan einen Dampfkochtopf mitgebracht, um den Kochvorgang zu beschleunigen. Am Ende ist die Vielfalt am Abendbrottisch groß. Alle sind restlos begeistert.

