„Man kann mich aber damit nicht für die nächsten 20 Jahre zum Vorsitzenden machen“, äußerte Vorsitzender Thomas Kaulfuß im vergangenen Jahr auf der Jahreshauptversammlung, nachdem er sich für das Amt des Vorsitzenden nicht wieder zur Wahl stellte und es für den Vorsitz keine Kandidatin oder keinen Kandidaten gab (wir berichteten).. Laut Satzung kann aber der alte Vorstand nicht entlastet werden, wenn kein neuer gewählt wird. Deswegen ist Thomas Kaulfuß für ein weiteres Jahr Vorsitzender geblieben. Fast ein Jahr später ist die Lage unverändert und es gibt immer noch keine Nachfolgerin oder keinen Nachfolger für den Posten.
Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt jetzt bei 65 Jahren und es fehlt eindeutig an Nachwuchs. „Unser Wunsch ist es, die Zukunft des Bürgervereins in die Hände einer jüngeren Generation zu legen“, erklärt Pressesprecher Reinhart Hassel. Und vielleicht liegt dort das Problem, weil die jüngere Generation sich bisher nicht angesprochen gefühlt hat. Unter den Anwesenden gibt es gerade mal acht Personen, die zur besagten Generation gehören. Die meisten fühlen sich wegen der kommenden Deadline unter Druck gesetzt und über den Verein und seine Aktivitäten nicht ausreichend genug informiert. „Wir haben viele Aktionen angekündigt, aber ohne jegliche Reaktion. Bis auf die Jahreshauptversammlung, bei der nur Mitglieder eingeladen sind, haben wir Nicht-Mitglieder zu allen anderen Veranstaltungen eingeladen. Man kann sich außerdem über die Zeitung oder die Internetseite des Vereins informieren. Als Vorstand erreichen wir die jüngere Generation nicht“, betont Reinhart Hassel.
Das bestätigt die jüngere Generation und antwortet, dass es mal hilfreich sei, auch mit den modernen Mitteln, sprich den Social Medien, zu kommunizieren.
Auch die bisher durchgeführten Aktivitäten, wie zum Beispiel die Pflege des Dorfplatzes, das Maibaumfest, der Weihnachtsbaum, das Fahrrad- und das Motorradtour oder die Wanderung, scheinen bisher nur bei der älteren Generation gut angekommen zu sein. Die jüngeren Teilnehmer der Veranstaltung bemängeln, dass es unter anderem nicht genug Raum für Kinderaktivitäten gebe. „Im Verein soll es nicht um Rentner-Bespaßung gehen. Wenn ein neuer und womöglich jüngerer Vorstand kommt, wird dann gemacht, was der neue Vorstand entscheidet und nicht, was bisher gemacht wurde. Deswegen möchten wir junge Leute ansprechen, die mehr Selbstbewusstsein haben, um neue Ideen auszuprobieren. Uns fehlen momentan tatsächlich die Verbindungen in jüngeren Kreisen“, erklärt Thomas Kaulfuß. Um diese Ideen umsetzen zu können, sei es auch möglich, nach Sponsoren zu suchen.
Mehrere ältere Teilnehmer betonten, wie wertvoll und notwendig der Verein für die Düsseler und deren Interessenvertretung sei und deswegen weiter existieren sollte. „Der Verein hält Kontakt zur Stadtspitze. Jedes Vierteljahr sitzen alle Bürgervereine mit dem Bürgermeister zusammen, um über bestimmte Probleme zu reden“, so Thomas Kaulfuß. Ein Beispiel gibt es mit dem Aprather Wanderweg. Über Jahre war dieser Weg wegen Dammbruchgefahr gesperrt. Vor einem Jahr sorgte der Bürgerverein dafür, dass die Stadt das Nötige unternimmt, damit der Weg wieder frei wird.
„Es fehlt uns einfach der Manpower“, sagt zum Schluss Klaus Köhler, seit 2025 Kassierer. „Oder die Frauenpower“ erwidert eine junge weibliche Stimme. Am Ende der Infoveranstaltung werden sowohl Visitenkarten als auch Kontakte per WhatsApp getauscht. Die jüngeren Teilnehmerinnen (darunter eine Juristin, was für den Verein natürlich ein großer Vorteil wäre) und Teilnehmer möchten sich demnächst treffen, um das Ganze nochmal unter sich zu besprechen. Mal sehen, ob jemand dann für den Vorsitz kandidieren wird. Die Hoffnung stirbt bekannterweise zuletzt.