Messeturm statt Großbordell

Puffbetreiber wollen Berlins höchstes Hochhaus bauen

23.02.2026 – 03:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Das "Artemis" in Berlin (Archivbild): Die Betreiber haben eine große Summe gespendet.Vergrößern des Bildes

Das „Artemis“ in Berlin (Archivbild): Die Betreiber wollen einen 200 Meter hohen Turm bauen. (Quelle: IMAGO/Jürgen Ritter)

Am Montag wird ein spektakuläres Projekt vorgestellt: Auf dem Artemis-Gelände soll Berlins höchstes Gebäude entstehen. Was die Bordellbetreiber planen.

Berlins größtes Bordell könnte schon bald Vergangenheit sein. Wie mehrere Medien berichten, soll auf dem Gelände des „Artemis“ in Halensee ein über 200 Meter hoher Wolkenkratzer entstehen – und damit Berlins höchstes Gebäude. Am Montag wird das Projekt dem Baukollegium Berlin vorgestellt, das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung berät.

Hinter dem „Messeturm Berlin“ stehen die Bordellbetreiber Hakki und Kenan Şimşek. Sie haben dem Bericht zufolge das Berliner Architekturbüro Max Dudler sowie C.F. Møller Architects aus Dänemark beauftragt. Das Vorhaben wird als Impulsprojekt für den geplanten „Stadteingang West“ bezeichnet – ein neues Quartier auf dem früheren Güterbahnhof Grunewald in der Nähe des Messegeländes.

Im Erdgeschoss des Turms sollen demnach Aufenthaltsflächen und Dienstleistungen für das Quartier entstehen, eine Fußgängerbrücke könnte zum S-Bahnhof Westkreuz führen. Darüber sollen messebezogene Nutzungen geplant sein: Showrooms und Büroflächen für Aussteller, Tagungsräume sowie Hotel und temporäres Wohnen. Als Attraktion ist ein Aussichtspunkt mit Gastronomie auf dem Dach vorgesehen.

Das Bordell „Artemis“ neben der A100 soll verlagert werden. Als möglicher neuer Standort gilt eine leere Lagerhalle auf der anderen Seite der Stadtautobahn. Dort hatte das Verwaltungsgericht bereits Ende 2024 einen Umbau zum Bordell genehmigt – damals noch als möglicher Zweitstandort.