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Postbote und PostlogoDie Zustellung der Post in Meinerzhagen und Valbert wurde in den vergangenen Wochen vermehrt kritisiert. © Silas Stein/Imago

Weil wichtige Post nicht ankam, wurde bei einem Dienstleister in Meinerzhagen eine Pfändung eingeleitet. DHL spricht von stabiler Zustellung in der Stadt.

Meinerzhagen – Tagelang gar keine Post, dann ein Briefkasten, der überquillt – nur eine von vielen geschilderten Schwierigkeiten, wenn es um die Postzustellung geht. In Meinerzhagen und Valbert hatten sich in den vergangenen Wochen die Beschwerden gehäuft. Dass die Folgen schwerwiegend sein können, zeigt sich am Beispiel eines Unternehmens aus Meinerzhagen, das sich jetzt zu Wort meldete.

Schwierigkeiten bei der Zustellung wohl seit Jahren

Wie der Geschäftsführer eines Dienstleisters, der der Redaktion bekannt ist, jedoch öffentlich nicht genannt werden möchte, berichtet, bestünden die Schwierigkeiten bei der Zustellung bereits seit Jahren. Dass Briefe in Briefkästen von Nachbarfirmen eingeworfen würden, sei vielleicht noch tolerierbar, problematisch könne es aber werden, wenn die Post erst gar nicht ankommt. Das könne sogar existenzbedrohend sein, so die Befürchtung. Im konkreten Fall sei eine Pfändung durch das Hauptzollamt Dortmund als Vollstreckungsbehörde eingeleitet worden. Konkret sei es um die Forderung einer Nachzahlung der Krankenkasse gegangen, schildert der Geschäftsführer im Gespräch mit der MZ. Jedoch seien weder Zahlungsaufforderung noch Mahnung eingegangen. Wiederum habe die Versendung seitens der Krankenkasse nach Nachforschungen nachvollzogen werden können. „Es muss etwas passieren“, fordert der Betroffene. „Es kann nicht sein, dass das Tagesgeschäft gelähmt wird.“

Ein Anruf bei der Beschwerdestelle habe nach seiner Einschätzung „nicht viel gebracht“. Vielmehr sei das Unternehmen aufgefordert worden, zu überprüfen, ob der Briefkasten groß genug und sichtbar angebracht sei. „Ich habe gefragt, wie groß der denn sein soll“, so die Reaktion des Betroffenen. Ein Zusteller habe auf Nachfrage berichtet, dass er keine Zeit habe, die Briefe zu sortieren.

Die Befürchtung, dass Briefe, die mit Zahlungsfristen verbunden sind, nicht oder zu spät zugestellt werden könnten, hatte Ratsfrau Petra Gossen in der letzten Ratssitzung geäußert, als das Thema auch hier angesprochen worden war.

Einschätzung der DHL-Gruppe: „Postzustellung ist stabil“

Nach Einschätzung der DHL-Gruppe läuft die Postzustellung in Meinerzhagen stabil. Das hätten Rücksprachen im Betrieb ergeben, berichtete Sprecherin Christina Schläger Herrero. Alle Touren seien besetzt und rückstandsfrei. Etwa 96 Prozent der Briefe in Meinerzhagen würden am selben Tag zugestellt, der Rest am Folgetag: „Damit erfüllen wir auch unsere gesetzlichen Verpflichtungen“, so Schläger Herrero weiter.

Seit Anfang 2025 gibt das Postgesetz vor, dass 95 Prozent der eingelieferten Briefsendungen am dritten Werktag nach der Einlieferung zuzustellen sind und 99 Prozent am vierten. In der Praxis habe das zur Folge, dass Sendungen deshalb häufiger gebündelt zugestellt würden, erklärte die DHL-Sprecherin.

„Reklamationen zu versehentlich falsch eingeworfenen Briefsendungen nehmen wir sehr ernst“, betonte sie. Man habe dies zum Anlass genommen, alle Zustellkräfte in Meinerzhagen noch einmal zu schulen und „sie zu sensibilisieren, dass sie genau darauf achten sollen, dass der Adressatenname, mit dem auf dem Briefkasten übereinstimmt und kein anderer Brief versehentlich mit im Briefkasten landet“. Dafür wurde um Entschuldigung gebeten. Auf den Vorwurf des betroffenen Unternehmens, dass Briefe gar nicht zugestellt worden seien, ging DHL nicht ein.