Als mögliche Ziele gelten demnach das Hauptquartier der Revolutionsgarden, Atomanlagen im Land und das iranische Raketenprogramm. Sollten solche Angriffe nicht zum gewünschten Ergebnis führen, habe Trump laut eingeweihten Personen offen gelassen, später in diesem Jahr auch eine umfassendere Militäraktion zu erwägen – mit dem Ziel, Ajatollah Ali Chamenei aus dem Amt zu drängen. Zweifel gebe es selbst innerhalb der US-Regierung, ob sich ein solcher Machtwechsel allein durch Luftangriffe erreichen lasse.
Parallel dazu werde hinter den Kulissen ein Kompromiss diskutiert: Iran könnte ein stark begrenztes Atomprogramm zur medizinischen Forschung behalten. Ob beide Seiten dem zustimmen, ist offen. Während Trumps Sondergesandter Steve Witkoff als einzig akzeptables Ziel eine „zero enrichment“-Lösung ausgab, also null Urananreicherung, beharrt der Außenminister des Iran auf dem „Recht“ seines Landes zur Brennstoffproduktion. Zugleich ziehen die USA zwei Flugzeugträgergruppen und Dutzende Kampfjets in der Region zusammen – so viele Streitkräfte wie seit Jahren nicht mehr.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi geht nach eigenen Worten von einer weiteren Gesprächsrunde mit der US-Delegation über das iranische Atomprogramm aus, die „wahrscheinlich“ am Donnerstag in Genf stattfinden werde. In einem Interview mit dem US-Sender CBS News sagte Araghtschi am Sonntag, derzeit werde an Elementen für ein Abkommen gearbeitet. „Ich glaube, dass wir, wenn wir uns treffen, wahrscheinlich diesen Donnerstag wieder in Genf, an diesen Punkten arbeiten, einen guten Text vorbereiten und zu einem schnellen Deal kommen können“, sagte der iranische Chefdiplomat.
Es gebe „gute Chancen“, den Konflikt über das iranische Atomprogramm auf diplomatischem Wege zu lösen, sagte Araghtschi. „Wir setzen unsere Verhandlungen fort, arbeiten an den Elementen eines Abkommens und an einer ersten Textversion.“
Im Augenblick werde nur über Atomfragen verhandelt, „kein anderes Thema wird angesprochen“, fügte Araghtschi hinzu und bekräftigte, als souveränes Land habe der Iran „das volle Recht“, über die Anreicherung von Uran für zivile Zwecke zu entscheiden.
In der iranischen Stadt Parand, etwa 50 Kilometer von Teheran entfernt, soll es am Mittag mehrere Explosionen gegeben haben. Auf Videos, die über soziale Medien geteilt wurden, sind mehrere Rauchsäulen zu sehen.
Augenzeugenberichte in lokalen Telegramkanälen geben keine eindeutigen Hinweise auf den Ursprung der Rauchsäulen. Einige Nutzer schreiben, sie hätten mehrere Explosionen in kurzer Abfolge gehört, anschließend seien Feuer in unterirdischen Anlagen vor den Toren der Stadt ausgebrochen. Andere Nutzer erklären, die Rauchsäulen hätten einen natürlichen Ursprung: Böschungen am Straßenrand hätten Feuer gefangen.
Diese Argumentation deckt sich mit der Darstellung, die das islamische Regime über die staatlichen Nachrichtenkanäle verbreiten lässt. Auffällig ist dabei jedoch, dass auf Bildern der entsprechenden Region nur äußerst spärlicher Bewuchs am Straßenrand sichtbar ist. So wirkt es unwahrscheinlich, dass ein paar Grasbüschel Rauchsäulen in dieser Größe auslösen können. Welchen Grund es für die mutmaßlichen Explosionen und darauffolgenden Brände geben könnte, kann nicht unabhängig verifiziert werden.