Der Name „Grupp“ ist untrennbar mit dem Textil-Unternehmen „Trigema“ in Burladingen verbunden. Es gibt da aber auch noch „Plastro Mayer“. Das Unternehmen im rund 15 Kilometer entfernten Trochtelfingen, das sich auf die Herstellung und Montage von Kunststoffteilen und wurde einst sogar als Tochtergesellschaft von „Trigema“ gegründet. Heute sind die beiden Unternehmen komplett getrennt. „Plastro Mayer“ leiten Johannes Grupp und dessen Tochter Isabel Grupp-Kofler – der Bruder und die Nichte von Wolfgang Grupp.
Im Interview mit dem „Spiegel“ hat Isabel Grupp-Kofler, die seit dem vergangenen Jahr mit „Höhle der Löwen“-Investor Georg Kofler verheiratet ist, über die Wirtschaftslage Deutschlands, ihre Wahlempfehlung für die CDU, den Umgang mit der AfD, aber auch über ihr Verhältnis zum Trigema-Clan der Familie gesprochen.
Familiär eng verbunden, unternehmerisch getrennt
Empfohlene Artikel
Mit ihrer Cousine und ihrem Cousin (Bonita und Wolfgang Grupp junior) tausche sich die 40-Jährige dauernd aus: „Wir sind einander sehr nahe. Sie sind Familie und auch meine Freunde. Wir beschäftigen uns mit denselben Themen, vertreten ähnliche Werte“, erklärt sie dem „Spiegel“. Die Firmen Trigema und Plastro Mayer seien jedoch komplett unabhängig voneinander. „Familiär sind wir eng, unternehmerisch getrennt.“
Empfohlene Artikel
Als in Folge der „Made in Germany – Made by Vielfalt“, bei der auch Trigema mitgemacht hat, der AfD-Politiker Björn Höcke allen beteiligten Unternehmen „schwere wirtschaftliche Turbulenzen“ wünschte, habe sie ihrer Cousine dagegen keine tröstenden Worte geschrieben: „Aber natürlich habe ich das mitbekommen. Als Unternehmerin finde ich so eine Aussage absurd.“
Weil die AfD in einigen Umfragen aber die stärkste Partei ist, müsse man hinhören: „Man muss mit allen reden. Mit Schweigen oder Ignorieren haben wir noch keine Probleme gelöst.“
„Ich bin auch Türkin“
Empfohlene Artikel
Auf die Frage im „Spiegel“-Interview, ob sie sich auf die AfD-Ressentiments gegen Menschen mit Migrationsgeschichte persönlich angegriffen fühle, weil ihre Mutter Türkin ist, antwortet die Unternehmerin so: „Ich bin auch Türkin, ich habe die doppelte Staatsbürgerschaft.“ Sie stehe für einen Mix aus dem konservativen Schwäbischen und dem Einfluss der Türken, die herzlich und familiär sind.
Isabel Grupp-Kofler sagt, dass man mit gelungenen Integrationsbeispielen Ressentiments entgegenwirken könne – und hat gleich ein persönliches Beispiel parat: „Meine Mutter kam mit 19 hierher, um zu studieren. Am Anfang sprach sie kein Wort Deutsch. Heute hört man nicht mehr, dass sie Türkin ist.“