
Ratlosigkeit bei Werder Bremen: Seit 13 Bundesliga-Spielen hat das Team von der Weser kein Spiel mehr gewonnen.Bild: dpa / Marcus Brandt
Bundesliga
Die Niederlage im Kellerduell mit St. Pauli verschärft die missliche Lage von Werder Bremen. Auch Nils Petersen wollte nichts mehr schönreden.
23.02.2026, 12:1223.02.2026, 12:12
Normalerweise geht es für Fußballprofis nach einem Spiel nicht direkt in die Kabine. Interviews warten auf die einen Spieler, die Fans auf die anderen. Für einen Großteil geht es daher geschlossen über den Platz in die Kurve, um sich bei den eigenen Anhängern für die Unterstützung zu bedanken. Normalerweise. Im Fall von Werder Bremen lief es am Sonntag jedoch anders.
Angeführt von Kapitän Marco Friedl wollten sich die bedrückten Bremer Niklas Stark, Romano Schmid und Jens Stage, die kurz zuvor 1:2 beim Tabellennachbarn FC St. Pauli verloren hatten, den mitgereisten Fans stellen und für sie klatschen. Stattdessen gab es die nächste „Schelte“: Der Capo, also der Vorsänger der Bremer Fankurve, schickte die Spieler weg. Friedl bekam sogar einen leichten Stupser.
Die Szenen spiegelten die sportliche Schieflage des Nordklubs wider: Bremen wurde von St. Pauli in der Tabelle überholt, rutschte auf einen direkten Abstiegsplatz und beendete das 13. Ligaspiel in Folge ohne einen Sieg. Anders als die Fans hatte der frühere Bremer Nils Petersen (2012 bis 2014) nach der Partie Gesprächsbedarf. Er holte aus.
Werder Bremen: Petersen nimmt Trainer in die Pflicht
„Als Spieler möchtest du auch nur noch in die Kabine, weil du das Weite suchst“, begann der heutige Experte beim Streamingdienst Dazn. Zwar sei es die Pflicht eines jeden Profis, „sich bei den Fans für ihre Unterstützung zu bedanken. Aber wenn du 13 Spiele nicht gewinnst, dann will dich auch keiner mehr sehen“, sagte Petersen. Werder steht mit 19 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Der Frust sei auf beiden Seiten groß: „Bei der Mannschaft ist der wahnsinnig, aber bei den Fans noch größer.“ Petersen versetzte sich in die Gedanken der Anhänger hinein: „Ihr braucht hier nicht herkommen und irgendwas erzählen und versprechen“, meinte er in Richtung der Bremer Spieler.
Fans reisen immerhin „Woche für Woche mit“, haben jedes Mal Hoffnung auf einen Sieg und „dann geht wieder nichts und du verlierst bei einer unterdurchschnittlichen Mannschaft, die nicht viel machen musste, um heute ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen„, erklärte der zweimalige Nationalstürmer weiter. Petersens Fazit: „Du kannst es irgendwann nicht mehr schönreden.“

Nils Petersen spielte von 2012 bis 2014 bei Werder Bremen. Bild: dpa / Hendrik Schmidt
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Und nun? Der 37-Jährige nahm Trainer Daniel Thioune in die Pflicht. „Dann musst du mit den Spielern auch mal hart ins Gericht gehen, weil von ein paar Spielern zu wenig kam“, forderte Petersen, der in der Bundesliga auch für Freiburg und Bayern auflief. „Viele hatten gerade in den letzten zehn Minuten mit sich zu tun. Sie haben sich in Privatduelle verzwickt und unnötige Zeit verstreichen lassen.“
Petersen bekräftigte noch einmal: „Das darf dir einfach nicht passieren.“ Vor allem nicht im Abstiegskampf, „weil sich so ein Gegner wie St. Pauli, der davon profitiert, dann auch totlacht“. In der kommenden Woche empfangen die Bremer am Samstag den Tabellenletzten Heidenheim zum nächsten Kellerduell.
Wann spielt Werder Bremen und wo ist das Spiel im TV zu sehen?
Am kommenden Samstag, den 28. Februar, empfängt Werder Bremen den FC Heidenheim. Das Spiel beginnt um 15.30 Uhr und ist bei Sky zu sehen. Zudem überträgt Dazn die Begegnung in der Konferenz.