rbb|24: Sind Sie zufrieden mit der Aufarbeitung des Kolonialismus hier? Und ist der Black History Month da ein sinnvolles Instrument?

Mvemba: Der Black History Month ist wichtig. Denn die Aufarbeitung des Kolonialismus bekommt in Deutschland immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit. Er könnte, ähnlich wie der Weltfrauentag, ja auch Teil von Unternehmenskultur und so weiter sein. Denn in Deutschland arbeiten so viele internationale Fachkräfte. Wir sind auf Migration angewiesen, um unsere Wirtschaft am Laufen zu halten. Und wir müssen einen Rahmen schaffen, damit diese Menschen sich hier wohlfühlen. Das ist schwer, wenn eine Gesellschaft sich nicht mit Rassismus und seinen Auswirkungen auseinandersetzt.

Die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus sollte auch Teil der Schulbildung hier sein. Denn das verschafft jungen Menschen eine Grundlage, um die Welt zu verstehen, wie sie heute ist. Denn wir leben auch heute noch in einer kolonialen Ära. Es gibt Staaten, die immer noch Kolonien haben. Und die Staaten, die inzwischen als unabhängig gelten, sind oftmals noch in kolonialen Strukturen gefangen. Weil der globale Handel auf ausbeuterischen Strukturen basiert. Ein Beispiel: Im Rahmen unseres Kaffeekonsums sieht man gut, dass es nicht der Kaffeebauer aus Äthiopien ist, der Millionär ist, sondern der Händler.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Sabine Priess, rbb|24