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Das deutsche Olympia-Team war 2026 ein weiteres Mal nicht zu schlagen im Eiskanal. Wie würde die Bilanz ohne Rodeln, Bob und Skeleton aussehen?
Cortina – Achtmal Gold, zehnmal Silber und achtmal Bronze – mit dem fünften Platz im Medaillenspiegel war Team Deutschland am Ende nicht vollends zufrieden. Rodeln, Skeleton und Bob – wieder einmal waren die Wettbewerbe, die im Eiskanal ausgetragen worden sind, die absoluten Garanten für Edelmetall. Wie lange aber finden diese Sportarten überhaupt noch Platz im olympischen Programm? Möglicherweise droht Deutschland ein Olympia-Albtraum.
Sechs von acht Olympia-Goldmedaillen sammelte Deutschland im Eiskanal ein. © IMAGO
Insider Duncan Mackay schreibt im Zeus Files: Eine Neuordnung könnte Cyclocross und Crosslauf in den Fokus rücken. Gleichzeitig droht folgendes Szenario: „Rausfliegen könnten die Schlittensportarten – Bob, Rodeln und Skeleton.“ Der durchaus nachvollziehbare Grund: Diese Sportarten schneiden schlecht in den Kategorien Kosten, Umwelt und Nachhaltigkeit ab.
Deutschland droht Olympia-Albtraum ohne Eiskanal
Sollte es schon 2030 tatsächlich so kommen, käme das für das deutsche Team einem Super-GAU gleich. 19 der 26 Medaillen, die in Cortina und Mailand eingesammelt worden sind, stammen aus dem Eiskanal. Die Kosten sind grundsätzlich nicht zu vernachlässigen. Die Rinne in Cortina verschlang am Ende 118 Millionen Euro – vorgesehen waren jedoch „nur“ 81.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry goss bereits Öl ins Feuer, denn sie sagte: „Wir müssen ehrlich damit sein, was funktioniert und noch wichtiger, was nicht funktioniert.“ Alle Disziplinen müsse man „mit neuen Augen“ betrachten. „Wir werden vor schwierigen Entscheidungen und Gesprächen stehen – das gehört zum Wandel dazu.“
8x Gold 10x Silber, 8x Bronze: Alle deutschen Olympia-Medaillen in Bildern
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Möglicherweise werden die Winterspiele bald in komplett neuem Glanz erstrahlen, denn sie sollen sich in Zukunft nicht mehr nur auf Schnee und Eis konzentrieren. Insider Mackay bestätigt: Handball und Volleyball könnten etwa die Sportarten aus dem Eiskanal aus dem Programm verdrängen. Auf dem Papier ist sichergestellt, dass Rodler, Bobfahrer und Skeletonis 2030 und 2034 noch an den Start gehen dürfen.
Die aktuellen Ausrichterverträge garantieren Startplätze – eigentlich. Die IOC-Session in Lausanne am 24. und 25. Juni soll klären, wann die Programmkommission die ersten Ergebnisse liefern wird. In Deutschland bleibt derweil nur zu hoffen, dass die erfolgreichsten Sportarten des Winters olympisch bleiben. (is)