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Los Angeles – Es war ein kurzer Moment, der den vollbesetzten Gerichtssaal in Schockstarre versetzt hat! Nick Reiner (32), der Sohn von Regie-Legende Rob Reiner (†78), hat am Montag vor Gericht auf „nicht schuldig” plädiert. Ihm wird vorgeworfen, seine Eltern am 14. Dezember in ihrem Haus in Brentwood brutal erstochen zu haben.
BILD war dabei im Clara Shortridge Foltz Criminal Justice Center in Downtown Los Angeles. Bereits eine Stunde vor Beginn der Anhörung füllte sich das Department 30 bis auf den letzten Platz. Auf den Bänken saßen knapp 60 Journalisten. Noch bevor der Angeklagte erschien, rief ein Sheriff deutlich hörbar in einem Hinterzimmer den Namen „Reiner“ und gleich darauf „Keep going“ (dt. „Geh weiter”). Dann wurde es im Saal merklich stiller.

BILD-Reporterin Natascha Wittmann war in Los Angeles vor Gericht dabei
Foto: Natascha Wittmann
Gegen 9:16 Uhr tauchte Reiner hinter einer Plexiglasscheibe auf und sprach kurz mit seiner Pflichtverteidigerin Kimberly Greene. Rasierter Kopf, braune Gefängniskleidung und ein durchdringender Blick, der sofort hängen blieb: Nick trat ein, scannte die Zuschauerbänke, auf denen vor allem Journalisten saßen, und zeigte dabei ein verschmitztes Lächeln. Seine Augen waren wie bereits vor einem Monat durch tiefe Augenringe gezeichnet. Er nickte leicht mit dem Kopf, bevor er ein Papier unterschrieb, das ihm seine Anwältin reichte.

Pflichtverteidigerin Kimberly Greene vertritt Nick Reiner vor Gericht
Foto: Getty Images
Reiner verzichtet auf schnelles Verfahren
Nur wenige Minuten später, gegen 9:20 Uhr, kam der entscheidende Satz: Anwältin Greene plädierte im Namen von Nick Reiner auf „nicht schuldig”. Richterin Theresa McGonigle fragte Reiner daraufhin, ob er auf sein Recht auf ein schnelles Verfahren verzichte, woraufhin er mit einem deutlichen „Ja” antwortete.
Damit bleibt Reiner weiterhin ohne Kaution hinter Gittern in der Twin Towers Correctional Facility. Die nächste Anhörung ist für den 29. April angesetzt. Generalstaatsanwalt Nathan Hochman zeigte sich am Montagmorgen zufrieden. Seine Botschaft war klar: Die Todesstrafe ist im Fall von Nick Reiner weiterhin möglich, die Entscheidung werde aber in einem rigorosen Verfahren geprüft.

Familie Reiner im April 2014: Michelle (damals 58), Rob (damals 67), Jake (damals 24), Romy (damals 16) und Nick (damals 22), v.l.)
Foto: Broadimage/Shutterstock
„Dieser Fall ist ein Fall, in dem die Todesstrafe verhängt werden kann. Daher nehmen wir den Prozess, in dem wir über die Verhängung der Todesstrafe entscheiden, äußerst ernst und führen ihn nach strengen Kriterien durch”, so Hochman in einer Pressekonferenz vor dem Gerichtsgebäude. Besonders wichtig? Die Behörden warten weiterhin auf den Obduktionsbericht von Rob und Michele Reiner. Diese werden noch mehr Einblicke in die Brutalität des Falls liefern.

„Wir haben die Verteidigung eingeladen, uns ihre Argumente schriftlich und mündlich vorzutragen, um zu entscheiden, ob wir die Todesstrafe beantragen oder nicht”, so Staatsanwalt Hochman zu den wartenden Medienvertretern
Foto: Natascha Wittmann