Mietervereine spüren Beratungsbedarf

Das sei spürbar für die Menschen in der Stadt und deswegen auch für den Dresdner Mieterverein: „Wir haben jetzt in den letzten drei, vier Jahren 25 Prozent Mitgliederwachstum. Das ist Ausdruck, dass man hier gut berät, klar. Aber das ist eben vor allem Ausdruck für die Ängste und Sorgen der Leute.“

Die steigenden Mieten finden sich aber nicht nur in den Ballungszentren. In Sachsen stelle er das flächendeckend fest, sagt Bau. Zuletzt etwa im Vogtland, wo Vermieter einen neuen Mietspiegel genutzt hätten, um sofort die Mieten zu erhöhen. 

Die gestiegenen Mieten sind das eine Problem. Ein anderes sorgt beim Mieterverein Magdeburg für erhöhtes Arbeitsaufkommen. Geschäftsführer Zakaria Said: „Wir haben gefühlt seit zwei, drei Monaten das Tageslicht nicht mehr sehen können. Nicht nur, weil die Wolken nicht da sind, sondern weil wir einfach die Büroräume nicht mehr verlassen vor lauter Anfragen, die wir hier erhalten – sei es von Bestandsmitgliedern, sei es von Neumitgliedern, die wir haben.“

Betriebskosten treiben viele in die Beratung

Laut Said haben vor allem die gestiegenen Betriebskosten und hohen Nachzahlungen für Zulauf in der Rechtsberatung gesorgt. „Das hängt mit den Betriebskostenabrechnungsfristen zusammen, die dann eben häufig zum Ende des Jahres auslaufen. Und bevor das ausläuft, verschicken die Vermieter die Abrechnungen üblicherweise dann so ab Oktober, November, Dezember.“ Ganz so extrem wie zur Energiekrise 2023 sei der Beratungsbedarf nicht, so Said. Er sei aber zumindest auf einem ähnlichen Niveau.