Massenprotest gegen AfD-Politiker
Tausende stellen sich Höcke-Auftritt in Garath entgegen
24.02.2026 – 07:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke nimmt im Düsseldorfer Stadtteil Garath viele Zuhörer für sich ein – und provoziert vor den Türen der Veranstaltungshalle viel Protest. (Quelle: Henning Kaiser/dpa)
Ein bunter Protestzug, ein hochumstrittener Redner und ein Anti-AfD-Wagen von Jacques Tilly: Antifaschisten zeigen der AfD auch in Garath die Rote Karte – dafür gibt es viel Spott von Björn Höcke.
Rund 7.000 Menschen haben laut Polizei gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Landesparteichefs Björn Höcke in Düsseldorf demonstriert. Die Protestierenden nutzten einen Motivwagen des Künstlers Jacques Tilly, Chöre und weitere Aktionsformen. Ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Gewerkschaften und weiteren Bereichen der Zivilgesellschaft beteiligte sich am Widerstand.
Etwa 300 Sympathisanten feierten Höcke gleichzeitig in einer voll besetzten Halle im Düsseldorfer Stadtteil Garath. Der AfD-Politiker bezeichnete die Demonstranten als Opfer. „Viele sind durch die Bildungsanstalten der Bundesrepublik Deutschland ideologisiert worden, sind fehlgeleitet worden“, sagte Höcke unter dem Applaus seiner Zuhörer.
Vor der Veranstaltungshalle skandierten Demo-Teilnehmer lautstark „Gegen den Faschismus“. Auf Transparenten standen Slogans wie „Wir alle sind die wehrhafte Demokratie“, „Rote Karte für Nazis“ oder „Lebe so, dass die AfD etwas dagegen hat“. Andere riefen: „Keine Böcke auf Höcke“.
Wie die Polizei berichtete, versuchte eine Gruppe von Gegendemonstranten nahe des AfD-Veranstaltungsorts, eine Absperrung zu durchbrechen. Dies sei ihnen nicht gelungen, weil die Sicherheitskräfte Pfefferspray einsetzten. Dabei sei niemand verletzt worden.
Davon abgesehen verliefen die Proteste jedoch überwiegend friedlich und ohne größere Zwischenfälle. So fertigte die Polizei neun Strafanzeigen – unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung und der Beleidigung. Im Einsatz wurden vier Polizeibeamte leicht verletzt. Eine Person musste vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Während der angezeigten Versammlungen kam es zu temporären Verkehrsbeeinträchtigungen im Raum Garath.
Die AfD erzielte bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im vergangenen Herbst im Stadtteil Garath einen Spitzenwert von rund 32 Prozent. Der 53-jährige Höcke ist zweimal wegen der Verwendung einer verbotenen Nazi-Parole rechtskräftig verurteilt worden. Die von ihm geführte Thüringer AfD wird vom dortigen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.
Ein gemeinsamer Antrag von SPD, Volt und Linke an den Düsseldorfer Rat, Höcke Hausverbot in städtischen Veranstaltungsräumen zu erteilen, war zuvor gescheitert. Die Ratsmehrheit hatte Bedenken zur Rechtskonformität.
