Für das Freibad Vohwinkel ist es eine Zäsur. Der langjährige Fördervereinsvorsitzende Torsten Langewiesche trat bei den jüngsten Vorstandswahlen nicht mehr an und hat sein Amt abgegeben. Die Entscheidung kam nicht überraschend und war bereits länger angekündigt.
„Die letzten Jahre haben viel Kraft gekostet und ich möchte endlich mal wieder im Sommer mit der Familie Urlaub machen“, erklärt Langewiesche seine Entscheidung. Er bleibt dem Freibad aber als Ehrenvorsitzender und Sprecher vorerst erhalten. Der Förderverein wird nun von einem Teamvorstand gleichberechtigt geleitet. Dazu gehören Sven Berge, Michaela Kleine-Weber, Thomas Schulze und Nadine Pruin. „Damit sind wir gut aufgestellt und die Mitglieder haben größtenteils auch schon viel Erfahrung im Vorstand“, sagt Torsten Langewiesche.
Das gilt etwa für Seven Berge, der zusammen mit Michaela Kleine-Weber auch die Betreibergesellschaft des Freibads führt. Beide haben unzählige Arbeitsstunden in die beliebte Einrichtung investiert. „Vohwinkel ohne Freibad, das geht einfach nicht“, findet Sven Berge. Ähnlich sieht es Nadine Pruin, die neu im Vorstand ist, sich aber schon seit 2018 für das Bad engagiert. „Meine Kinder sind damit groß geworden, und wenn diese Gelegenheit wegfallen würde, wäre das eine Katastrophe“, betont sie.
Gleichwohl ist allen Ehrenamtlern klar, dass die kommende Saison alles andere als einfach wird. Ob das Freibad über den kompletten Sommer geöffnet bleiben kann, bleibt noch unklar. Hintergrund ist die prekäre finanzielle Situation aufgrund von stark gestiegenen Betriebskosten.
„Wir müssen für diese Saison ein Drittel mehr ausgeben, das ist wirklich heftig“, stellt Torsten Langewiesche klar. Allein für die Chlortabletten werde ein fünfstelliger Betrag benötigt. Dazu kommen weitere Posten wie die hohe Miete für den Saugroboter zur Beckenreinigung und Gebühren in vierstelliger Höhe für Untersuchungen des Bergischen Wasserlabors. „Außerdem hat sich der Stundensatz für die Rettungsschwimmer um 20 Prozent erhöht“, berichtet Langewiesche. Der Saisonstart sei durch Rücklagen zwar gerade noch gedeckt. „Haben wir ab Mai aber drei Wochen schlechtes Wetter und dadurch kaum Einnahmen können wir gleich wieder zumachen“, so der Ehrenvorsitzende.
Und es droht weiteres Ungemach in Form von Haushaltsplan und Haushaltssicherungskonzept. Eigentlich sollte darüber im Rat Mitte März abgestimmt werden. Die CDU-Ratsfraktion hat dagegen beantragt, erst im zweiten Quartal 2026 zu einer Entscheidung zu kommen. Die Verzögerung betrifft unter anderem die freien Mittel der Bezirksvertretung und deren Gelder aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz. Beide Töpfe sind zwar nicht gekürzt worden, entsprechende Anträge müssten aber unter Vorbehalt gestellt werden.
„Das kann gerade für das Freibad Vohwinkel bitter werden“, sagt Vohwinkels Bezirksbürgermeister Andreas Schäfer (SPD). Die Bezirksvertretung hatte die Einrichtung in den vergangenen Jahren oft großzügig unterstützt. Auch für den sogenannten „Feuerwehrtopf“ zur Unterstützung der Freibäder könnte es eng werden. „Die Verwaltung hat uns signalisiert, dass die Gelder erst ausgezahlt werden dürfen, wenn der Haushalt steht“, berichtet Torsten Langewiesche. Zu allem Überfluss ist auch die Zusage des abgewählten Dezernenten Matthias Nocke bezüglich der Übernahme der Kosten für die Security im Freibad Vohwinkel in Höhe von rund 10 000 Euro offen. Dazu konnte Kämmerer Thorsten Bunte bei der letzten Sondersitzung der Bezirksvertretung zum Haushalt keine Aussage machen.
Immerhin gibt es aus der Vohwinkeler Politik den festen Willen, das Freibad zu unterstützen und zu erhalten. „Wir werden dafür alles in unserer Macht stehende tun“, betont Andreas Schäfer.