Für die U20 des Augsburger EV geht es in den kommenden Wochen um alles. Nachdem der Einzug in die Play-offs zur Top-Division der deutschen Eishockey-Nachwuchs-Liga (DNL) knapp verpasst wurde, steht nun die Abstiegsrunde an. In einer Best-of-5 Serie entscheidet sich, ob der AEV auch in der kommenden Saison in Deutschlands höchster Nachwuchsspielklasse vertreten sein wird.
Entscheidung in Düsseldorf
Die Weichen Richtung Play-downs wurden am vorletzten Wochenende gestellt. Im doppelten Duell mit der Düsseldorfer EG benötigten die Augsburger in der Qualifikationsrunde 1 dringend Punkte, um ihre Chancen auf die Play-offs zur Top-Division weiterhin zu wahren. Trotz zwei engagierter Auftritte und phasenweise guter Spielkontrolle musste die Mannschaft die Rückreise nach Augsburg ohne Zählbares antreten. Somit war mit nur noch einem verbliebenen Spieltag in der Qualifikationsrunde der Traum von den Play-offs geplatzt. „Im Grunde überwiegt der Stolz. Denn über weite Strecken der Saison haben wir uns dauerhaft in Schlagdistanz zu den Play-off-Plätzen gehalten. Am Ende hat uns einfach in den entscheidenden Momenten auch die letzte Konsequenz bei der Chancenverwertung gefehlt“, resümiert Trainer Martin Schweiger.
Bittere Niederlage zum Abschluss
Auch am vergangenen Wochenende blieb das erhoffte Erfolgserlebnis aus. Gegen die Starbulls Rosenheim unterlagen die Augsburger knapp mit 3:4. In einer intensiven Partie lief man schon früh einem Rückstand hinterher. Zwar gelang es der Mannschaft mit guter Moral, das Spiel noch zweimal auszugleichen, doch letztlich blieb das letzte Wort bei den Rosenheimern, die fünf Minuten vor Schluss das entscheidende Tor erzielten. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir sind mit einem dezimierten Kader angetreten und haben uns nach 0:2-Rückstand beeindruckend zurückgekämpft“, äußerte sich Schweiger.
Diese Niederlage war schmerzhaft, änderte jedoch nichts mehr an der Tabellenkonstellation. Vielmehr rückt nun endgültig die bevorstehende Serie um den Klassenerhalt in den Fokus.
Jung-Eisbären aus Regensburg als Gegner
Trotz der Rückschläge zuletzt ist die Ausgangslage für die Play-downs vielversprechend. Der fünfte Platz in der Qualifikationsrunde gilt als nahezu ideale Konstellation für die Abstiegsrunde und verschafft dem Team als Gegner die Jung-Eisbären Regensburg. Diese finden sich auf dem letzten Platz der Gruppe wieder. Im Saisonverlauf gab es bereits vier Duelle der beiden Teams, die letzten beiden konnte der AEV jeweils für sich entscheiden. Dennoch warnt Trainer Schweiger vor den anstehenden Partien: „Zwar haben wir jedes der bisherigen Spiele dominiert, müssen aber unbedingt die Chancen nutzen. Ich erwarte eine enge und hart umkämpfte Serie.“ Lobende Worte fand er zudem für den Torhüter der Regensburger, Cole Danielsmeier, der letztes Jahr noch das Trikot der Augsburger trug. Dieser brillierte im ersten bisherigen Aufeinandertreffen gegen seinen Ex-Verein mit einer Fangquote von 93,3 Prozent bei 41 gehaltenen Schüssen.
In der nun anstehenden Serie sind drei Siege nötig, um den Ligaverbleib perfekt zu machen. „Es ist zwar noch keine Endspiel-Serie, dennoch ist es unser Ziel wie auch im letzten Jahr so früh wie möglich einen wahrlichen Abstiegskampf abzuwenden. Die Jungs, die letztes Jahr schon dabei waren, kennen die Situation“, so Schweiger. Die Regensburger werden mit Rückenwind in die Serie gehen, so gelangen ihnen am letzten Wochenende zwei Achtungserfolge gegen den Viertplatzierten aus Bad Tölz.
Angespannte Personalsituation
Nicht mitwirken wird jedenfalls Verteidiger-Talent Liron Pellizzari. Der 17-Jährige, der in dieser Saison schon bei den Augsburg Panthers Profiluft schnupperte, hat sich bei einem Länderspiel der U18-Nationalmannschaft am Oberkörper verletzt und fällt vorerst für einen ungewissen Zeitraum aus, wie vergangene Woche bekannt gegeben wurde. Außerdem fehlt mit dem österreichischen Stürmer Lukas Widowitz, der bereits das letzte Spiel aufgrund einer Schlüsselbeinfraktur verpasste, ein weiterer Leistungsträger verletzt. Hinzukommend deuten sich weitere Ausfälle für zumindest die ersten Spiele gegen Regensburg an. Schweiger antwortet auf die angespannte Personalsituation wie folgt: „Ausfälle gehören dazu, klar ist es bitter, dass wir genau in dieser Phase jetzt auf einige Spieler nicht zurückgreifen können. Doch das Wichtigste ist, dass wir die verletzten Spieler erst völlig auskuriert aufs Eis zurückkehren lassen“.

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Liron Pellizzari kam diese Saison bereits bei den Augsburg Panthers zum Einsatz. Im Saisonfinale fehlt er dem AEV-DNL-Team.
Foto: Siegfried Kerpf
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Liron Pellizzari kam diese Saison bereits bei den Augsburg Panthers zum Einsatz. Im Saisonfinale fehlt er dem AEV-DNL-Team.
Foto: Siegfried Kerpf
Fokus auf Geschlossenheit
Entscheidend sei es nun, als geschlossene Einheit aufzutreten, und dazu müsse man die Enttäuschungen der letzten zwei Wochen abhaken, meint Schweiger. Fest steht: die Saison kulminiert zum ersten Mal in maximal fünf Spielen. Trotz personeller Rückschläge und den bitteren Niederlagen zuletzt besteht jetzt die Chance, den Verbleib im deutschen Jugendoberhaus der DNL frühzeitig klarzumachen. Jetzt muss der Augsburger EV seine Ausgangsposition nutzen und den Klassenerhalt auf dem Eis sichern. Am Samstag geht es los mit Spiel eins auf heimischem Eis im Curt-Frenzel-Stadion (18.30 Uhr).
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