Sportlicher Triumph – und doch steht am Ende alles still in der GP Joule Arena. Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt schlägt Montpellier HB in der Handball-European-League mit 40:35. Ein großer Schritt Richtung nächste Runde. Doch der Sieg wird von einem tragischen Todesfall überschattet.
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Früh im Spiel wird es plötzlich still in der GP Joule Arena. Keine Musik, keine Hallen-Einspieler, keine übliche Geräuschkulisse. In Flensburg herrscht eine ungewohnte Ruhe. Dyn-Kommentator Markus Götz liefert die Erklärung: „Wer sich wundert über die Ruhe in der Halle, keine Musik-Zuspieler im Moment, keine Beschallung. Ich habe mir gerade sagen lassen, dass es einen medizinischen Notfall gibt. Und deswegen verzichtet man im Moment darauf. Was Genaueres weiß ich nicht. Wir drücken nur ganz fest die Daumen, dass es hoffentlich nicht so schlimm ist.“
Fan stirbt in Flensburg: Tragischer Todesfall im Handball-Europapokal
Als der Vorfall bekannt wird, reagieren die rund 5000 Zuschauer sofort. Rhythmisches Klatschen hallt durch die Arena. Im weiteren Verlauf bleibt genau das die einzige Geräuschkulisse: Applaus statt Anfeuerungs-Musik. Kurz vor der Pause beschreibt Götz die Stimmung so: „Wenn ich das richtig deute, ist die ganze Atmosphäre in der Halle nach wie vor sehr gedämpft. Die medizinische Situation, was auch genau passiert ist, scheint noch nicht ganz im Griff zu sein. Man kann nur weiter die Daumen drücken. Den Mannschaften bleibt nichts anderes übrig, als ihren Job zu machen.“
Auch nach dem Seitenwechsel ändert sich nichts am Bild. Keine Musik. Kein Show-Programm. Nur Beifall von den Rängen. Nach Abpfiff folgt die traurige Nachricht: Der betroffene Zuschauer ist verstorben. SG-Geschäftsführer Holger Glandorf sagt: „Leider blieben alle eingeleiteten Maßnahmen erfolglos. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen. Der Handball und alles Sportliche rücken heute in den Hintergrund.“
Es ist die Neuauflage des European-League-Finales der letzten Saison. Damals siegte Flensburg in Hamburg und holte den Pott. Auch diesmal behält die SG die Oberhand. Aber es ist ein hartes Stück Arbeit. Zur Pause steht es 21:20. 41 Tore in 30 Minuten – ein echtes Tor-Feuerwerk in der ersten Halbzeit. Patrick Volz ist mit neun Treffern erfolgreichster Flensburger Torschütze. Torhüter Benjamin Buric kommt auf 13 Paraden.
