TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Hamm – Zwei Männer klingelten an einer Haustür, warfen dann einen Gegenstand in den Flur des Mehrfamilienhauses – und rannten über einen nahen Spielplatz davon. Im selben Moment erschütterte eine Explosion die Siedlung! Ein rätselhaftes Verbrechen beschäftigt die Polizei in Hamm (NRW).
Die Bewohner hatten bei dem Anschlag am Montagabend im Ruhrgebiet großes Glück: Obwohl die Detonation mehrere Wohnungstüren aus den Angeln riss, wurde laut Polizei nur ein Mieter leicht verletzt: Verdacht auf Trommelfellverletzung. Eine ältere Nachbarin berichtet: „Ich saß gegen 21 Uhr im Wohnzimmer, als es einen gewaltigen Knall gab. Ich habe mich wahnsinnig erschreckt. Kurz darauf war die Straße von Blaulichtern erhellt.“

In dem gelben Haus wohnen viele Menschen aus der Ukraine
Foto: Andreas Wegener
Frau beobachtete die Täter vor dem Haus
Eine Frau, die gerade mit einer Freundin durch die Straße fuhr, hatte die Täter offenbar beobachtet. „Sie sah zwei dunkel bekleidete Männer von dem Haus wegrennen. Als es dann krachte, dachte sie erst, sie sei irgendwo gegen gefahren“, so ein Bekannter. Polizisten leiteten umgehend die Fahndung nach den Männern ein, doch von ihnen fehlte zunächst jede Spur. Das Haus wurde geräumt und beschlagnahmt. Kriminaltechniker untersuchten den Tatort bis in die Nachtstunden. Kripo-Kommissare befragten alle Nachbarn.

In dem Treppenhaus wurden die Türen aus den Angeln gerissen
Foto: Andreas Wegener
Fremdenfeindlicher Hintergrund wohl ausgeschlossen
Was hinter dem Anschlag steckt, blieb völlig unklar. Laut Nachbarn wohnen in dem Haus viele Menschen aus der Ukraine, deshalb hatte sich zunächst auch der Staatsschutz eingeschaltet. Zunächst ergaben sich aber keine konkreten Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Staatsanwältin Gülkiz Yazir (Dortmund): „Wir ermitteln wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.“ Den Verbrechern droht dafür mindestens ein Jahr Haft.
Staatsanwaltschaft und Polizei bitten nun Personen, die Hinweise zu möglichen Tätern oder Hintergründen zur Tat machen können, sich bei der Polizei Dortmund zu melden: Tel. (0231) 1327441.