Bevor Kristina Weiss als bildende Künstlerin arbeitete, war sie schon Musikerin – sie spielt Geige – und studierte Musikwissenschaften. Schon in ihrer ersten Ludwigshafener Ausstellung im Herbst 2024 zeigte sie Werke, die Namen wie „from a score“, „sound structure II“ oder „ready to play“ trugen. Diesmal ist eine ganze Serie namens „Sonifikationen“ zu sehen, für die sie mehrere Schichten Papier übereinanderlegt und die oberste einschneidet. Manche erinnern an Partituren aus der klassischen Musik, an Klangspuren oder akustische Verläufe. „Der universalpoetische Gedanke Robert Schumanns, wonach die Ästhetik der einen Kunst der einer anderen entspricht und sich lediglich im Material unterscheidet, dient ihr dabei gleichermaßen als Leitstern wie als Ausgangspunkt kritischer Auseinandersetzung“, heißt es in einem Begleittext zur Ausstellung.
Kristina Weiss ist gebürtige Berlinerin, lebt und arbeitet aber nicht nur in ihrer Heimatstadt, sondern auch in München. „Sie arbeitet immer nachts“, erzählt Galerist Werner Lauth, der Weiss und ihre Kunst auf der Art Karlsruhe kennengelernt hat und inzwischen vertritt. „Wenn man sie fragt, ob sie das Tageslicht nicht braucht, sagt sie: Caspar David Friedrich hat immer bei Kerzenschein gemalt. Und die Ergebnisse waren nicht schlecht.“ Mit Kunst beschäftigt sich die Künstlerin intensiv und besucht viele Ausstellungen und Veranstaltungen. Immer wieder arbeitet sie mit klassischen Musikern zusammen und plant für 2026 eine Installation für die Video-Aufnahme der Hindemith-Violinsonaten.
Perfekt unperfekt
Dabei geht es Kristina Weiss gar nicht um Perfektion. Gerade das nicht ganz Cleane, nicht ganz Glatte erzeugt immer wieder interessante Effekte. So steht die grobe Leinwand, die das Material für Blumengemälde in verschiedenen Farbtönen ist, im interessanten Gegensatz zu den filigranen Motiven.
Kristina Weiss’ Werke werden ergänzt um Skulpturen der katalanischen Bildhauerin Teresa Riba: im Raum stehende oder scheinbar frei in der Luft schwebende Bronzeskulpturen. „Zurzeit werden nach ihrem Entwurf Steinfiguren angefertigt, die einen neuen Bereich der Sagrada Família schmücken werden“, erzählt Lauth.
Die Ausstellung
Kristina Weiss: „from a score“, bis Samstag, 28. März, in der Galerie Lauth in Ludwigshafen, Mundenheimer Straße 252. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 -13 und 14-18, Samstag 10-13 Uhr.