„Es war schon lange unser Traum, ein eigenes Café zu besitzen“, sagt Artem Gavryliuk gegenüber der Redaktion. Ursprünglich wollte er zusammen mit seiner Frau Olja diese Idee in Kiew verwirklichen. Doch die russische Invasion am 24. Februar 2022 ließ ihren Traum schlagartig zerplatzen. Zusammen mit Tochter Mascha gelang ihnen die Flucht nach Karlsruhe. Dass sie hier bereits ansässige Verwandte hatten, erleichterte die Ankunft im neuen Land.

Das Café "Ja, genau!" in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.

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Das Café „Ja, genau!“ in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.
Foto: Thomas Riedel

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Das Café „Ja, genau!“ in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.
Foto: Thomas Riedel

Eltern lernen Deutsch beim Helfen mit Hausaufgaben

„Ja, genau! – das waren die ersten Worte, die wir in Deutschland gelernt haben“, sagt Olja lächelnd. Das Paar erzählt, dass Mascha bereits sehr schnell im Kindergarten und in der Grundschule anfing, flüssig Deutsch zu sprechen. „Und wir haben Deutsch gelernt, indem wir Mascha bei ihren Schulaufgaben geholfen haben“, sagt Artem.

Pläne für Café-Konzept begannen mit einer kleinen Zeichnung

Und auch für die Entscheidung, nun ein Café in Deutschland zu eröffnen, gab Mascha einen entscheidenden Impuls. Denn als die Pläne für ein eigenes Café wieder aufkamen, legte Mascha den Eltern die Zeichnung einer Giraffe vor.

Das Café "Ja, genau!" in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.

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Foto: Thomas Riedel

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Das Café „Ja, genau!“ in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.
Foto: Thomas Riedel

„In Kiew gab es einen Zoo, in dem man Giraffen mit der Hand füttern konnte“, erklärt Artem. Vor dem Krieg ging die Familie oft dorthin. Und so wurde aus der Zeichnung das Wappentier für das neu gegründete Familienunternehmen.

Kaffee und Kuchen mit einem Hauch Ukraine

Tatsächlich ist die Gastronomie für das Paar Neuland. Das Backen hat sich Olja erst in Deutschland selbst beigebracht. Artem arbeitete ursprünglich im Marketing, und Olja hat Grafikdesign studiert.

Das Café "Ja, genau!" in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.

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Das Café „Ja, genau!“ in der Karlsruher Innenstadt, 23. Februar 2026.
Foto: Thomas Riedel

Doch der Start ist ihnen gut gelungen. „Bei uns ist alles hausgemacht“, betont Artem. Neben Kaffee und klassischen Torten haben sie aufgrund der Nachfrage die Karte um einige ukrainische Spezialitäten erweitert. Der Renner ist Medovik, ein ukrainischer Honigkuchen. „Als wir diesen Kuchen das erste Mal angeboten haben, war er direkt ausverkauft“, sagt Artem.

Seit Februar gibt es im Café auch ein Frühstücksangebot – unter anderem ukrainische Pfannkuchen mit Smetana, einer in Osteuropa weitverbreiteten Variante von Schmand.

  • Gerrit Lieb

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