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Dresden – Er war einer der engsten Vertrauten von „König Kurt“ – und viele Jahre das Gesicht und die Stimme der sächsischen Staatsregierung nach außen, kein Lautsprecher, sondern Stratege im Hintergrund – einer, der Politik erklären und Mehrheiten organisieren konnte. Sein Name ist eng mit den Anfangsjahren des Freistaates Sachsen verbunden.

Michael Sagurna ist am Montagabend tragisch aus dem Leben geschieden. Das bestätigte seine Familie gegenüber BILD in einer Mitteilung.

Darin heißt es unter anderem: „Wir trauern um Michael Sagurna, der am 23. Februar 2026 im Alter von 70 Jahren verstorben ist. In den letzten Jahren hat er eine schwere Erkrankung still und würdevoll getragen – mit einer Haltung, die uns täglich Vorbild war.“

Top-Reporter und Ratgeber von Biedenkopf

Nach der Wiedergründung des Freistaates holte Kurt Biedenkopf (†91) ihn 1991 nach Dresden. Sagurna wurde Regierungssprecher – und schnell einer der wichtigsten Berater des Ministerpräsidenten. In den Aufbaujahren war er die Stimme Sachsens, erklärte den Kurs der neuen Staatsregierung, verteidigte Reformen, prägte das Bild des Freistaates in Berlin und bundesweit.

Geboren wurde Sagurna am 27. September 1955 in Paderborn. Er studierte Kommunikationswissenschaften und Jura (bis zum 1. Staatsexamen), arbeitete anschließend als Journalist. Stationen führten ihn an den damaligen Regierungssitz Bonn, zum RIAS nach West-Berlin und als Auslandskorrespondent sogar nach Afghanistan. Er kannte das politische Geschäft – und die Mechanismen der Medien.

Michael Sagurna galt als enger Berater an der Seite von Kurt Biedenkopf

Michael Sagurna galt als enger Berater an der Seite von Kurt Biedenkopf

Foto: picture-alliance/ZB

Minister unter Milbradt

Bis zum Rücktritt Biedenkopfs im April 2002 blieb Sagurna an dessen Seite. Auch unter Nachfolger Georg Milbradt spielte er eine zentrale Rolle: als Chef der Sächsischen Staatskanzlei und Staatsminister.

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Später wechselte er in die Medienaufsicht. Von 2013 bis Herbst 2019 war Sagurna Präsident des Medienrates der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien (SLM), zuletzt gehörte er dem Gremium noch als Sachverständiger an. Auch in der Kommunikationsbranche blieb er gefragt: Die Dresdner PR-Agentur WeichertMehner führte ihn als Senior Consulting Partner. Zuletzt lebte er in einem Pflegeheim am Blauen Wunder.

BILD berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz zur Nachahmung zu geben – es sei denn, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn Sie selbst depressiv sind oder Selbstmordgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www. telefonseelsorge.de).

Unter der kostenlosen Hotline 0800-111 01 11 oder 0800-111 02 22 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.