Multi-Millionen-Auftrag

Bremen liefert Herzstück für Bundeswehr-Spezialfahrzeug

Aktualisiert am 25.02.2026 – 10:04 UhrLesedauer: 2 Min.

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Das Rheinmetall-Logo: Der Bremer Standort produziert künftig wichtige Komponenten für den „Luchs 2“. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Bremen wird zusehends zum Epizentrum der Bundeswehrtechnologie. Der Standort liefert jetzt zentrale Komponenten für ein neues Projekt. Es geht um mehrere hundert Millionen Euro.

Bremen wird zum zentralen Standort für eines der wichtigsten Rüstungsprojekte der Bundeswehr. Der Rüstungskonzern Rheinmetall liefert für das neue Spähfahrzeug „Luchs 2“ das komplette Turmsystem, die Hauptbewaffnung sowie moderne Ausbildungssimulatoren. Der Vertrag mit General Dynamics European Land Systems (GDELS) wurde jetzt in Kaiserslautern unterzeichnet. Der Auftragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich, teilte ein Sprecher des Konzerns mit.

Der größte Teil des Auftrags wird von der Rheinmetall Electronics GmbH in Bremen umgesetzt. Bis 2031 sollen den Angaben zufolge dort zunächst 274 unbemannte Türme des Typs CT-025 gefertigt werden. Es ist der erste Großauftrag für dieses neu entwickelte modulare System.

„Das Luchs-2-Auftragspaket ist ein bedeutender Erfolg für den Standort Bremen“, sagte Timo Haas, Leiter der Division Digital Systems. Zugleich sei es „ein starkes Signal für die europäische Rüstungskooperation“.

Der CT-025 ist vollständig unbemannt und digitalisiert. Ein stabilisiertes Sichtsystem erlaubt die präzise Bekämpfung von Boden- und Luftzielen – ausdrücklich auch von Drohnen. Die Feuerleitanlage arbeitet digital mit inertialer Waffenstabilisierung und Ballistikrechner. Dank standardisierter Schnittstellen nach GVA- und NGVA-Architektur lässt sich der Turm in moderne, vernetzte Gefechtsfahrzeuge integrieren.

Besonderheit ist die modulare Architektur: Über die sogenannte Battlesuite von Rheinmetall können Funktionen wie KI-gestützte Zielverfolgung oder missionsspezifische Software-Updates ohne Hardwareumbauten eingespielt werden. Das System ist damit unter anderem nachrüstbar.

Die Bundeswehr-Version erhält zusätzlich eine Turmluke mit ballistischem Schutz. Um Gewichtsvorgaben einzuhalten, wurde der Munitionsvorrat angepasst. Auch das Höhenprofil wurde laut Rheinmetall optimiert, damit das System mit luftbeweglichen Waffenträgern kompatibel bleibt.

Bewaffnet wird der „Luchs 2“ mit der 25-Millimeter-Maschinenkanone Oerlikon KBA. Sie gilt als meistproduzierte Rheinmetall-Waffe im NATO-Kaliber 25 mal 137 Millimeter und wurde mehr als 6.000 Mal gebaut. Die Kanone verfügt über drei Feuermodi: Einzelschuss, schnelles Einzelfeuer mit 175 Schuss pro Minute und Feuerstoß mit bis zu 600 Schuss pro Minute. Die maximale Reichweite liegt bei rund 2.500 Metern.