Der französische Kunsthistoriker und derzeitige Leiter von Schloss Versailles, Christophe Leribault, soll die Nachfolge der Louvre-Direktorin Laurence des Cars antreten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ernannte Leribault zum neuen
Direktor des weltweit meistbesuchten Museums, wie Regierungssprecherin
Maud Bregeon nach einer Kabinettsitzung mitteilte.

Leribault solle das weltberühmte Museum „sichern, modernisieren“ und das
Vorhaben „‚Louvre – Neue Renaissance‘ zu einem guten Abschluss
bringen“, hieß es laut der Nachrichtenagentur von einer Regierungsquelle. Der Kunsthistoriker ist Generalkonservator des französischen
Kulturerbes. Das Schloss Versailles bei Paris leitet er seit Februar
2023. Zuvor war er Chef der Pariser Häuser Musée d’Orsay und Musée de l’Orangerie. Auch in dieser Position hatte er damals des Cars abgelöst.

Kunsthistoriker Christophe Leribault wurde vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum neuen Direktor des Pariser Louvre ernannt. © Benoit Tessier/​Reuters

Untersuchungskommission machte Leitung für Diebstahl verantwortlich

Der 62-Jährige habe ein sehr solides Profil und sei unter seinen Kollegen und
Kolleginnen anerkannt, sagte Bregeon. Macron vertraue dem Kunsthistoriker, der den Louvre aus der Krise bringen
soll. Knapp eine Woche nachdem ein Bericht der Untersuchungskommission zum „Jahrhundertraub“ französischer Kronjuwelen
aus dem Louvre veröffentlicht wurde, hatte des Cars am Dienstag ihren Rücktritt bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron eingereicht. Juristisch betrachtet handelte es sich bei dem Vorfall im Oktober 2025 allerdings um einen Diebstahl und keinen Raub, da durch die Täter keine Gewalt angewandt wurde.

„Das größte Museum der Welt braucht nun Ruhe und neue, starke Impulse,
um wichtige Sicherheits- und Modernisierungsprojekte durchzuführen“, hieß es aus dem Élysée-Palast. Leribault solle etwa die wichtige Herausforderung der Modernisierung und
Verstärkung der Sicherheit des prestigeträchtigen Hauses angehen.

In dem Bericht der Untersuchungskommission war die Leitung des Louvre-Museums mitverantwortlich für den spektakulären Diebstahl gemacht worden. „Es gibt eine Liste von Versäumnissen, die in anderen Ländern und
Einrichtungen längst zu Rücktritten geführt hätten“, sagte Kommissionschef Alexandre Portier.

Missstände im Louvre

Auch nach dem Diebstahl, bei dem vier Männer mit einfachen Mitteln französische Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro aus dem Louvre
gestohlen hatten, geriet das Museum erneut in die Schlagzeilen. Grund dafür waren mehrere Wasserschäden,
Streiks und ein Verdacht auf massiven Ticketbetrug, durch den dem Louvre
ein Schaden in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden sein soll.

Die vielfach kritisierte Museumsdirektorin Laurence des Cars hatte direkt am Tag
nach dem Einbruch ihren Rücktritt angeboten, was Kulturministerin
Rachida Dati damals aber ablehnte. Macron nahm ihn nun jedoch an. Der Élysée bezeichnete den Schritt als einen „Akt der Verantwortung“.

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