Zollbeamte bei einer Kontrolle in Hamburg.

AUDIO: Durchsuchungen in Hamburg – Verstoß gegen Russland-Embargo (1 Min)

Stand: 26.02.2026 12:26 Uhr

Der Zoll ermittelt in Hamburg wegen möglicher Verstöße gegen das Russland-Embargo. Es geht um Waren im Millionenwert. In Hamburg haben Ermittler vergangene Woche drei Firmen durchsucht, die vom selben Geschäftsführer geleitet werden.

Bei den Durchsuchungen stellten Fahnder zahlreiche Geschäftsunterlagen Computer Handys und weitere Datenträger sicher. Außerdem beschlagnahmten sie zwei Luxuslimousinen und über dreieinhalb Millionen Euro an Vermögen. Das Geld wird eingefroren, damit es während der Ermittlungen nicht beiseite geschafft werden kann.

Verstöße in mehr als 900 Fällen

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Geschäftsführer der drei Firmen. Er soll in mehr als 900 Fällen gegen das Russland-Embargo verstoßen haben. Nach bisherigen Ermittlungen von Zoll und Staatanwaltschaft wurden Waren im Wert von über vier Millionen Euro importiert – offenbar über einen Staat der ehemaligen Sowjetunion. Die Waren seien dort als Produkte dieses Landes deklariert worden, obwohl sie ursprünglich aus Russland stammten.

Geht nicht um Öl, Gas oder Kohle

Die EU hat seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zahlreiche Export- und Importverbote verhängt. Diese Verbote betreffen bestimmte russische Waren. Wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage des NDR mitteilt, geht es um Produkte, die von einer EU-Sanktionsverordnung betroffen sind – in diesem Fall um Waren, die Russland erhebliche Einnahmen bringen. Dabei handelt es sich laut Staatsanwaltschaft ausdrücklich nicht um Öl, Gas oder Kohle. Um welche konkreten Produkte es geht, sagt die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Die Behörden werten nun die sichergestellten Daten aus und ermitteln weiter gegen den beschuldigten Mann aus Hamburg.

Gebäude der Handelskammer Hamburg.

Die neuen Zolldrohungen des US-Präsidenten seien eine zusätzliche Belastung für die Wirtschaft in Hamburg. Dabei hatten sich die Erwartungen an den Export zuletzt etwas verbessert.

Ein Einsatzfahrzeug des Zolls frontal, mit Bewegungsunschärfe fotografiert.

Mehr als 120 Zollbeamte waren in Niedersachsen und Hamburg im Einsatz. Hintergrund waren Ermittlungen gegen eine 41-jährige Frau.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.02.2026 | 11:00 Uhr