Deutschlands Kliniken und Praxen bleiben international: 2024 kam fast ein Viertel aller Ärztinnen und Ärzte in Deutschland aus dem Ausland. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervor. Demnach arbeiteten 2024 etwa 121.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, die aus dem Ausland zugewandert sind. Fast die Hälfte von ihnen, circa 57.000, besitzt inzwischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Der andere Teil, etwa 64.000, hat keinen deutschen Pass. Sie machen 13 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte in Deutschland aus.
Vor allem junge Fachkräfte
Die Gesamtzahl der Medizinerinnen und Mediziner in der Human- und Zahnmedizin ist zwischen 2014 und 2024 um etwa ein Fünftel gestiegen, auf insgesamt fast 500.000 Menschen. Das Statistische Bundesamt rechnet aber damit, dass in den kommenden Jahren ein großer Teil in Rente geht. 2024 war knapp ein Drittel der Ärzteschaft 55 Jahre oder älter. Bei den Hausärztinnen und Hausärzten waren etwa 40 Prozent sogar schon 60 oder älter. Zum Vergleich: 2014 machte die Altersgruppe noch 29 Prozent aus.

Laut des Informationsdiensts des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) ist Deutschland aufgrund seiner alternden Gesellschaft auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, vor allem auf junge Fachkräfte. Der Anteil junger Ärztinnen und Ärzte unter 35 Jahren ist 2024 leicht gestiegen und lag zuletzt bei 22 Prozent, 2014 waren es 19 Prozent. Gerade in dieser jungen Altersgruppe ist auch der Anteil von Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland hoch: Von ihnen war im Jahr 2024 knapp die Hälfte (49 %) jünger als 35 Jahre.
Immer mehr Menschen studieren Medizin
Nicht nur die Zahl der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland ist gestiegen, auch immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, in Deutschland Medizin zu studieren. Die Zahl der Studierenden im 1. Fachsemester Humanmedizin lag laut den aktuellen Zahlen im Wintersemester 2024/25 bei knapp 16.000. Das sind 30 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.
Gleichzeitig beginnen auch viele Menschen aus Deutschland ein Medizinstudium im Ausland. Oft gehe es darum, die Zulassungsbeschränkungen in Deutschland zu umgehen, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Beliebt sind Österreich und Ungarn: 2023 studierten in Österreich mehr als 3000 Deutsche Human- oder Zahnmedizin, in Ungarn waren es 2024 etwa 2.200 Studierende.
