Einige Monate nach dem Unglück auf der Rheinkirmes, bei dem 19 Menschen verletzt wurden, wurde nun die Entscheidung verkündet, dass es in diesem Jahr wieder ein Feuerwerk geben wird. Die Erkenntnisse zeigten, dass das Unglück auf eine „fehlerhafte Feuerwerkskugel zurückzuführen ist, die auf dem Boden neben den Abschussgestellen explodierte und eine Reihe von Abschussrohren beschädigte“, hieß es am Mittwoch von den St. Sebastianus Schützen von 1316, die die Rheinkirmes veranstalten.

Dass es ein Unfall war, spricht für Oliver Wilmering, erster Vorsitzender des Düsseldorfer Schaustellerverbands, dafür, dass die nun getroffene Entscheidung richtig ist. „Auch wenn es einer der besucherstärksten Tage auf der Kirmes ist, geht die Sicherheit immer vor. Wenn diese nicht gegeben wäre, hätten wir es als Schausteller auch nicht verantworten können, wenn es wieder ein Feuerwerk gegeben hätte.“ Da es kein menschliches Verschulden gewesen sei, sondern ein Unfall, habe er nicht daran gezweifelt, dass Feuerwerk auch künftig zu veranstalten. „Wir begrüßen die Entscheidung sehr, das Feuerwerk gehört zur Rheinkirmes dazu.“

„Drohnenshow kann Feuerwerk nicht ersetzen“

Dieser Einschätzung stimmt auch Bezirksbürgermeister Tim Weill zu, der für die linksrheinischen Stadtteile zuständig ist. Auch wenn der Verkehr in Oberkassel rund um die Rheinkirmes eine Herausforderung sei, gehöre die Kirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen mit dem Feuerwerk einfach dazu. „Ich bin froh, dass sich die Schützen so entschieden haben. Wir freuen uns auf eine tolle Kirmes“, sagt Weill gegenüber unserer Redaktion. Die Drohnenshow sei eine schöne Ergänzung zum Feuerwerk, könne dieses aber nicht ersetzen.

Die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH (KD), mit der die Schützen auch einen Vertrag für die Kirmesfähre geschlossen haben, hat am Abend des Feuerwerks Schiffe im Einsatz, auf denen die Gäste vom Rhein aus einen guten Blick auf das Spektakel haben. „Der Feuerwerksabend besitzt für viele unserer Gäste einen besonderen Stellenwert“, sagt eine KD-Sprecherin auf Anfrage. Das Feuerwerk sei ein fester Termin im Veranstaltungskalender. „Wir begrüßen daher die Entscheidung, das Feuerwerk stattfinden zu lassen. Ob ein vergleichbarer Ansturm allein mit einer Drohnenshow zu erwarten gewesen wäre, lässt sich schwer prognostizieren.“ Die Erfahrung zeige, dass das klassische Feuerwerk für viele Gäste ein zentrales Entscheidungskriterium für eine Buchung sei.

Kritische Stimmen zur Entscheidung

In den sozialen Medien wurden allerdings auch einige kritische Stimmen laut: „Konsequenzlos einfach weitermachen“, „und das, wo nach der Drohnenshow eh kaum einer mehr an dem Feuerwerk interessiert war, bloß nicht mit der Zeit gehen“ und „Schwachsinn vom allerfeinsten“ war dort zu lesen. Eine Leserin findet deutliche Worte: „Doch wieder ein Feuerwerk zu veranstalten, ist ein Hohn gegenüber den Schwerverletzten vom letzten Jahr! Das Geld dafür sollte ohne Abzüge diesen zu Gute kommen und ab nächstem Jahr würde eine Drohnenshow viel schöner sein. Hoffentlich bleiben die Zuschauer dieses Jahr aus, damit der Schützenverein sich seiner Verantwortung endlich stellt“.

Aber auch deutlich positivere Einschätzungen sind online zu lesen: „Eine sehr gute Entscheidung“, „das Feuerwerk ist das Highlight der Kirmes“ und „Danke, dass man nicht einknickt und mit höheren Sicherheitsvorkehrungen erneut ein Feuerwerk präsentiert“, kommentierten einige Leser. Aus Oberkassel gab es Zuspruch: „Wir sind sehr froh um diese Entscheidung, an den herkömmlichen traditionellen Feuerwerken festzuhalten. Als Oberkassler haben wir uns letztes Jahr diese digitalen Versuche angesehen – langweilig und emotionslos“.

Überrascht von der großen Zustimmung

Von den vielen positiven Rückmeldungen war Schützen-Chef Andreas-Paul Stieber am Tag nach der Verkündung der Entscheidung überrascht. „Wir haben eine Zustimmung von etwa 90 Prozent erlebt – damit hatten wir nicht gerechnet.“ Im Vorfeld hätten sie sich einige Gedanken über diese Entscheidung gemacht und auch darüber, wie die Reaktionen ausfallen könnten. „Ich habe Zuschriften aus ganz Deutschland bekommen, in denen sich bedankt wurde, dass wir das Feuerwerk weiterhin machen. Das zeigt die Wirkung, die die Entscheidung auch deutschlandweit hat.“

Auf Nachfrage unserer Redaktion zur Feuerwerksentscheidung erklärt Oberbürgermeister Stephan Keller lediglich: „Ich durfte die Drohnenshow im letzten Jahr von einem Schiff aus ansehen, das hat mir gut gefallen. Ich sehe hier noch viel Potenzial, beispielsweise in der Anzahl der Drohnen oder der musikalischen Untermalung. Gerade im Eventbereich sind Innovationen gefragt.“ Die Rheinkirmes 2026 wird vom 7. bis 26. Juli veranstaltet. Die Kombination aus Drohnenshow und Feuerwerk wird wieder am zweiten Freitag, also am 24. Juli, stattfinden.