Mehr Regionen betroffen

Russlands Haushaltsprobleme weiten sich aus

Aktualisiert am 26.02.2026 – 20:47 UhrLesedauer: 2 Min.

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Wladimir Putin: Sein Angriffskrieg zehrt die Staatskassen auf. (Quelle: IMAGO/Sergei Bobylev/imago)

Seit mehr als vier Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine – das ist teuer. Inzwischen haben die Regionen mit Haushaltsdefiziten zu kämpfen.

Die Haushaltsprobleme in Russland haben Medien zufolge die Provinzen des Landes erreicht. Das Gesamtdefizit der russischen Regionen sei bis Ende 2025 auf mehr als 16 Milliarden Euro gestiegen und ein Rekordwert seit Beginn der Beobachtungen, schrieb die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“ unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Auswertung von Finanzdaten.

Verwendet wurden den Angaben nach Daten des Finanzministeriums. Demnach schlossen 74 Regionen das Jahr mit einem Defizit ab, 2024 waren es nur 50. Am größten sei die Lücke in Moskau, dem Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und dem Autonomen Kreis der Chanten und Mansen.

Auch beim Staatshaushalt sieht es ähnlich aus. Der seit mehr als vier Jahren andauernde Angriffskrieg gegen die Ukraine ist teuer für Russland. Rund 180 Milliarden Euro sind offiziell für Militär, Rüstung, nationale Sicherheit und Polizeiorgane eingeplant – das entspricht knapp 40 Prozent der Gesamtausgaben.

Doch die militärischen Ausgaben Russlands waren in den vergangenen Jahren nach einer Analyse des Bundesnachrichtendienstes (BND) sogar um mehr als die Hälfte höher als im offiziellen Verteidigungshaushalt dargestellt. Der deutsche Auslandsgeheimdienst schätzt die militärischen Ausgaben Russlands für das vergangene Jahr auf rund 250 Milliarden Euro und damit auf etwa die Hälfte des Gesamtbudgets. Das entspräche einem Anteil am russischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von etwa zehn Prozent, heißt es im BND.

Die Rüstungsindustrie boomte in den vergangenen Jahren dank staatlicher Subventionen und Großaufträgen. In anderen Sektoren gibt es allerdings schon seit geraumer Zeit Krisenzeichen. Wichtig für Russland sind traditionell die Einnahmen aus den Energieverkäufen.

Dass Öl- und Gaseinnahmen sinken, räumte nun auch Kremlsprecher Dmitri Peskow ein. Der Rückgang werde aber teilweise durch einen Anstieg anderer Einnahmen ausgeglichen, sagte er mit Verweis auf Angaben von Regierungschef Michail Mischustin. Der hatte zuletzt erklärt, dass er „viele, viele Stunden“ mit Kremlchef Wladimir Putin, der Zentralbankchefin Elvira Nabiullina und Regierungsmitgliedern über die Lösung des russischen Haushaltsdefizits diskutiert habe. Auch Finanzminister Anton Siluanow hatte eine Verschärfung der Haushaltsregeln in Aussicht gestellt.