Bielefeld. Die Menschen in Ostwestfalen-Lippe setzen angesichts der komplexen wirtschaftlichen Lage auf Sicherheit. Das zeigt die Jahresbilanz der Volksbank in Ostwestfalen. „Das Gros ist robust aufgestellt, weil Rücklagen für schwere Zeiten da sind“, sagt der Vorstandsvorsitzende Michael Deitert bei der Vorstellung der Zahlen am Hauptsitz am Bielefelder Kesselbrink. Das gilt auch für die Firmenkunden, die der Schwerpunkt der Bank sind: „Die Unternehmen hier haben höhere Einlagen als im bundesdeutschen Schnitt.“
In 2025 konnte die Volksbank wachsen und meldet eine Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (ein Plus von 4,1 Prozent im Vergleich mit 2024). 2026 werde herausfordernd bleiben, sagt Deitert. Er könne aber schon absehen, dass Sicherheit weiter gewünscht sei.
Das Sicherheitsbedürfnis sieht er unter anderem an den Kundeneinlagen. Diese sind 2025 um 4,7 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr auf 7,6 Milliarden Euro gestiegen. Die Wertpapierbestände überschritten 4,1 Milliarden Euro. Das Kundenvolumen – das neben dem eigenen Geschäft auch das von den genossenschaftlichen Verbundpartnern betreute Volumen enthält – stieg um 5,1 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro.
Firmen und Privatleute investieren weiter
Dennoch wurde auch investiert – aufseiten der Unternehmen in Modernisierung, Energieeffizienz und Wachstum und von Privatkunden in Wohneigentum und Zukunftsprojekte. Dementsprechend war die Nachfrage nach Finanzierung in 2025 hoch: Das Kreditgeschäft stieg um 5,2 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Hypotheken in Höhe von mehr als 930 Millionen Euro wurden vermittelt (plus 35 Prozent). „Es wurde vornehmlich beim Eigentümerwechsel in die Sanierung von Bestandsimmobilien investiert.“ Das könnte mehr sein, ist sich Deitert sicher – wenn die Förderstruktur nicht so komplex wäre. Für einen ersten Einstieg, um sich selbst zu informieren, hat die Volksbank darum kürzlich die Website www.wohneninostwestfalen.de aufgebaut.
Neben den Investitionen sei auch die Zahl der Neugründungen ein Signal des Vertrauens in die Zukunft der Region. Im Jahr 2025 hat die Volksbank 42 Gründungsvorhaben begleitet (plus von 16,7 Prozent).
Volksbank investiert in OWL
Auch das Haus selbst setzt auf die Region. Sichtbar wird das durch die Investitionen in das Quartier zwischen Wilhelmstraße und Kesselbrink. Dort hat die Volksbank in den vergangenen Jahren Häuser gekauft und saniert – etwa das Haus der alten Löwenapotheke. Dort stehen jetzt fast 3.000 Quadratmeter Nutzfläche auf acht Etagen zur Verfügung. Auch Wohnungen sind entstanden. Weitere Käufe seien aber erstmal nicht geplant, sagt Deitert.
Abgegeben werden soll aber auch nichts, meint er angesprochen auf die Zahl der Geschäftsstellen. 48 Filialen mit Beratung stehen im Einzugsgebiet zur Verfügung. Allein in Bad Oeynhausen wurden 2025 zwei neue Geschäftsstellen eröffnet.
Kunden nutzen mehr Online-Banking
Man merke aber, dass die Geldautomaten etwas weniger genutzt würden, sagt Deitert. Dafür stieg die Nutzung der VR-Banking-App um neun Prozent an. Fünf Prozent mehr Onlinekonten wurden eingerichtet.
Das Vorstandsteam aus Michael Deitert (v.l.), Thomas Mühlhausen, Peter Scherf und Oliver Ohm. – © Kai Uwe Oesterhelweg
Die Volksbank in Ostwestfalen ist im Jahr 2024 durch die Fusion der beiden Volksbanken „Bielefeld-Gütersloh“ und „Herford-Mindener Land“ entstanden. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 haben 1.356 Mitarbeiter 300.927 Kunden betreut. 2025 wurden 87 Auszubildende eingestellt. Ein Plus von 29 im Vergleich mit dem Vorjahr, über das sich Deitert angesichts der anstehenden Renteneintritte der Babyboomer besonders freut. „Wir brauchen jeden dieser Mitarbeiter“, sagt er.
