Im Jahr 2026 leben aktuell 132 Flüchtlinge mit Wohnsitzverpflichtung in Wegberg. Damit hat sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Untergebracht sind derzeit 124 Personen in der Unterkunft an der Nordstraße sowie acht Personen im Philosophenweg. Die kommunale Aufnahmeverpflichtung liegt aktuell bei 275 Personen, womit die Stadt ihr Soll deutlich unterschreitet.

Ein Blick auf das Jahr 2025 verdeutlicht die Entwicklung: Damals waren insgesamt 243 Flüchtlinge in Wegberg untergebracht, davon 222 in der Nordstraße und 21 im Philosophenweg. Zusätzlich lebten 108 Geflüchtete aus der Ukraine im Stadtgebiet, viele von ihnen bereits in eigenem Wohnraum oder in privaten Haushalten. Ein Großteil dieser Menschen war berufstätig oder bezog Leistungen vom Jobcenter; lediglich zwei Personen befanden sich noch im Leistungsbezug nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Schon damals zeichnete sich ab, dass – abhängig vom Kriegsverlauf – nur noch geringe weitere Zuzüge aus der Ukraine zu erwarten seien.

Auch 2026 erhält die Stadt kaum noch neue Wohnsitzzuweisungen nach Paragraf 12a Aufenthaltsgesetz. In der Vergangenheit betraf dies vor allem Flüchtlinge aus Syrien. Aufgrund der aktuellen politischen und sicherheitlichen Entwicklungen in Syrien werden entsprechende Asylverfahren derzeit nicht abschließend entschieden. Die Betroffenen verbleiben daher häufig in zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes oder werden im laufenden Verfahren anderen Kommunen zugewiesen. Da sich auf dem Stadtgebiet Wegberg selbst eine Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes befindet, erfolgen solche Zuweisungen im Regelfall nicht an die Stadt.

Weiterhin zu beobachten ist jedoch der Familiennachzug. Dieser betrifft überwiegend Einzelpersonen, die bereits in Wegberg leben und deren Angehörige nachziehen. Quantitativ fällt dieser Zuzug bislang moderat aus, trägt aber zur langfristigen Planung der Unterbringung bei.

Im politischen Raum wurde zuletzt auch die Situation in den bestehenden Unterkünften thematisiert. Swantje Day (SPD) regte an, eine Besichtigung der Unterkunft an der Nordstraße zu ermöglichen. Viele bauliche Veränderungen seien in der vergangenen Legislaturperiode umgesetzt worden und neuen Ausschussmitgliedern bislang nicht bekannt. Die Erste Beigeordnete Christine Karneth zeigte Verständnis, wies jedoch darauf hin, dass eine Besichtigung – wenn überhaupt – nur in kleiner Runde erfolgen könne, um die Privatsphäre der dort lebenden Menschen zu schützen.

Insgesamt zeigt sich: Die Unterbringungssituation hat sich zahlenmäßig entspannt, bleibt politisch und organisatorisch aber weiterhin ein sensibles und wichtiges Handlungsfeld für die Stadt.