Eine Frau hält ein offenes Portemonnaie in den Händen.

Stand: 27.02.2026 06:12 Uhr

4,10 Euro haben Frauen 2025 in Niedersachsen im Durchschnitt weniger pro Stunde verdient als Männer. Der heutige Equal Pay Day will auf die ungleiche Bezahlung aufmerksam machen. In Hannover ruft ein Bündnis zur Demo auf.

von Maren Bruns

Das Equal-Pay-Day-Bündnis will mit der Informationsveranstaltung am Kröpcke heute auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam machen. An dem Bündnis beteiligen sich unter anderem der Gewerkschaftsbund (DGB), das Landesbüro Niedersachsen der Friedrich-Ebert-Stiftung und das Team Gleichstellung der Region Hannover. Der DGB fordert unter anderem, dass Arbeitgeber wirklich sicherstellen, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch das gleiche Geld bekommen – und dass das in Zukunft regelmäßig überprüft werden soll.

Lohnlücke steigt in Niedersachsen wieder leicht

Denn statistisch bleibt die Ungleichheit im Berufsleben zwischen Männern und Frauen auf einem hohen Niveau. Das geht aus Zahlen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik hervor. Demnach haben Frauen bis zum heutigen 27. Februar unbezahlt gearbeitet. Für das Jahr 2025 liegt der sogenannte Gender Gap bei 40 Prozent. In diesen Wert spielt unter anderem der Gender Pay Gap hinein. Dabei werden die Durchschnittsgehälter ohne Berücksichtigung der Tätigkeit verglichen. In Niedersachsen haben Frauen 2025 demnach 16 Prozent weniger verdient als Männer. Das sind 4,10 Euro pro Stunde. Im Vorjahr lag der Lohnunterschied für Niedersachsen bei 3,88 Euro. Im Jahr 2014 lag der Pay Gap noch bei 22 Prozent.

Frauen arbeiten nach wie vor monatlich weniger

Neben der Lohnungleichheit zählen in den Gender Gap auch die Unterschiede bei den monatlichen Arbeitsstunden sowie die Erwerbsquote ein. Dass Frauen im Schnitt weniger verdienen, liege daran, dass sie weniger Stunden arbeiten, heißt es vom Niedersächsischen Landesamt für Statistik. In absoluten Zahlen arbeiteten Männer 2025 durchschnittlich 32 Stunden pro Monat mehr als Frauen. Auch waren weniger Männer ohne Anstellung als Frauen: Gut 80 Prozent der erwerbstätigen Männer zwischen 15 und 64 Jahren hatten einen Job – bei den erwerbstätigen Frauen waren es nur 74 Prozen. Das liege häufig daran, dassl sie sich mehr um die Familie kümmerten, teilte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) mit. Er sprach sich dafür aus, dass Männer sich mehr zu Hause einbringen sollten, sodass für Frauen Arbeit und Familienzeit kein Widerspruch sei.

Laut Statistiker gilt grundsätzlich: Je höher der Gender Gap, desto stärker sei die Ungleichheit ausgeprägt. In den vergangenen Jahren war der Wert in Niedersachsen praktisch unverändert, bundesweit lag er 2025 bei 37 Prozent.

Was ist der Equal Pay Day?

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen – rechnerisch – unbezahlt arbeiten, weil sie nicht den gleichen Lohn wie Männer bekommen. Der Tag wird jedes Jahr aufs Neue festgelegt. In diesem Jahr ist es der 27. Februar, nach dem 6. März im vergangenen Jahr.

Blick in ein Großraumbüro

EU und der „Equal Pay Day“

Der heutige „Equal Pay Day“ zeigt, wie groß die Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern sind, selbst nach einem Urteil vom Vorjahr. Eine EU-Richtlinie will das ändern – doch Kritiker befürchten das Gegenteil. Von A. Meyer-Feist.

Symbolfoto Geld sparen, Geld zurücklegen: ein Sparschwein und viele Hundert-Euro-Scheine

Im Jahr 2023 wurden dort durchschnittlich 682 Euro im Monat gezahlt – landesweit gab es zu dem Zeitpunkt im Schnitt 838 Euro.

Ein Ballon mit der Aufschrift "Equal Pay Day" fliegt durch die Luft.

Damit liegt Niedersachsen im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld. Frauen erhalten durchschnittlich fast 5 Euro weniger pro Stunde.