Warnstreik in Bremen
BSAG-Mitarbeiter legen kompletten Betrieb für mehrere Tage lahm
Aktualisiert am 27.02.2026 – 06:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Verdi-Streik (Archivfoto): Von der Arbeitsniederlegung sind nicht nur Pendler und Wochenendausflügler betroffen, sondern auch Fußballfans. (Quelle: IMAGO/Peter Henrich / HEN-FOTO/imago-images-bilder)
Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zum Ausstand im öffentlichen Nahverkehr auf. Pendler und Werder-Fans müssen von Freitagmorgen bis Samstagnacht alternative Beförderungsmöglichkeiten finden.
Der Nahverkehr in Bremen wird von Freitagmorgen Montagfrüh komplett stillstehen. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt, kommt der öffentliche Personennahverkehr im kleinsten Bundesland wegen eines Warnstreiks erneut zum Erliegen.
Alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) werden in diesem Zeitraum nicht fahren. Die BSAG-Beschäftigten planen für Freitagvormittag einen Demonstrationszug vom Gewerkschaftshaus zu einer Kundgebung an der Domsheide. Die Kundgebung soll um 11 Uhr beginnen.
Die BSAG teilte konkret mit: „Da ein sicherer Betrieb der Busse und Bahnen in dieser Zeit nicht gewährleistet werden kann, muss der Betrieb von Freitag, 27. Februar, 3 Uhr, bis zum Betriebsende am Sonntag, 1. März, stillgelegt werden.“ Die Kundencenter am Hauptbahnhof, an der Domsheide und das in Vegesack bleiben zudem für diesen Zeitraum geschlossen.
Der Warnstreik dürfte auch Auswirkungen auf das Heimspiel von Werder Bremen gegen Heidenheim im Weserstadion haben. Fußballfans müssen sich für Samstag nach alternativen Anreisewegen umsehen.
Für Pendler gibt es jedoch Alternativen: Die Überlandbuslinien aus den umliegenden Landkreisen fahren auch mehrere Stationen in Bremen an. In Niedersachsen gilt eine Friedenspflicht, weshalb Busse und Bahnen dort nach Plan verkehren. Auch die Regionalzüge zwischen Bremen und Niedersachsen sollen wie gewohnt fahren.
Die Gewerkschaft ruft zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem bundesweiten ÖPNV-Warnstreik auf. Bereits am 2. Februar kam der Nahverkehr in Deutschland fast zum Erliegen. Auch in Bremen ging damals nichts mehr.
Für die BSAG sei der erneute Aufruf zur Arbeitsniederlegung nicht nachvollziehbar. In einer Mitteilung heißt es: Man kritisiere die Entscheidung deutlich, „vor allem in Hinblick auf die Fahrgäste, denen kein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr zur Verfügung steht.“ Der zuletzt stattgefundene Verhandlungstermin am 20. Februar sei konstruktiv gewesen und die Arbeitgeberseite habe eine Reihe von Vorschlägen und Kompromissen vorgelegt. Daher sei ein Streik und dann auch noch in diesem Umfang und zu diesem Zeitpunkt „in keinster Weise nachvollziehbar“.
Mit dem erneuten Warnstreik will die Gewerkschaft im Tarifkonflikt den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Verdi fordert unter anderem kürzere Schichtzeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge in der Nacht und am Wochenende.
