Silber rutscht trotz der Gewalt in Mexikos Minenregionen und einem historischen Angebotsdefizit über 3 Prozent ab. Die Rallye war überhitzt, Händler kassieren durch. Risiken bauen sich dennoch gefährlich auf.
Der Silberpreis gibt am Donnerstag zeitweise um mehr als drei Prozent auf rund 86,70 US-Dollar je Unze nach. Damit setzt das Metall seine Konsolidierung fort, nachdem es in nur sechs Handelstagen
um 24 Prozent gestiegen war. Trotz des Rücksetzers bleibt der Markt von außergewöhnlich hoher Anspannung geprägt, denn mehrere Ereignisse greifen nun ineinander: akute Angebotsrisiken,
geopolitischer Druck und ein strukturelles Defizit, das sich weiter zuspitzt.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklungen in Mexiko, dem weltweit größten Silberproduzenten. Die Lage eskalierte, nachdem Kartellchef Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes von
Sicherheitskräften getötet worden war. Das Jalisco New Generation Cartel (CJNG) antwortete mit Brandanschlägen, Blockaden und Angriffen in rund 20 Bundesstaaten. Mindestens 62 Menschen kamen ums
Leben. Besonders brisant ist, dass die betroffenen Regionen Jalisco, Zacatecas und Durango zu den produktivsten Silbergebieten der Welt gehören und zusammen fast zehn Prozent der globalen Förderung
liefern. Nach Entführungen von Bergarbeitern im Januar war die Lage bereits fragil; nun wächst die Sorge, dass es zu echten Produktionsstopps kommt.
wallstreetONLINE Redaktion
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