Am 8. März 2026 findet die 18. Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Alle fünf Jahre sind die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen und damit darüber zu entscheiden, welche politischen Schwerpunkte in der kommenden Legislaturperiode gesetzt werden. Für die Wahl ist das Land in insgesamt 70 Wahlkreise eingeteilt.

Am 6. April 2022 hat der Landtag Baden-Württemberg über die Reform des Wahlrechts abgestimmt und am 26. April 2022 wurde das neue Gesetz formell eingeführt. Laut der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb) hoffen die Befürworter des Gesetzes besonders darauf, dass in Zukunft „unterrepräsentierte Teile der Bevölkerung stärker berücksichtigt werden“. Neben Änderungen am Wahlsystem wurde auch das Mindestalter zur Teilnahme an der Wahl gesenkt. Bei der Landtagswahl 2026 und allen folgenden Wahlen dürfen Jugendliche bereits ab dem 16. Lebensjahr ihre Stimme abgeben.

Welche Änderungen gibt es gegenüber der Wahl 2021 und wie funktioniert das neue Wahlsystem in Baden-Württemberg? Die Antwort darauf und alle wichtigen Informationen zur Landtagswahl 2026 haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Wie funktioniert das neue Wahlsystem?

Nach der Gesetzesänderung 2022 wird das neue Wahlsystem bei der Landtagswahl 2026 erstmals in Baden-Württemberg angewendet. Bisher konnte man nur eine Stimme an eine Kandidatin oder einen Kandidaten im Landkreis vergeben. Der Bewerber mit den meisten Stimmen im Wahlkreis erhielt ein Landtagsmandat, und die abgegebenen Stimmen wurden zusätzlich zur Errechnung der prozentualen Sitzverteilung im Landtag verwendet.

Bei der Wahl am 8. März dürfen Wählerinnen und Wähler nun zwei Stimmen vergeben. Die Erststimme gilt weiterhin einem Kandidaten oder einer Kandidatin, während die Zweistimme jetzt unabhängig an eine Partei vergeben werden kann. Es ist nun also möglich, den Kandidaten oder die Kandidatin einer Partei im eigenen Wahlkreis zu unterstützen, mit der Zweitstimme jedoch eine andere Partei zu wählen. Wie immer können Sie Ihre Stimme am Tag der Wahl direkt im Wahllokal abgeben oder bereits im Voraus per Briefwahl abstimmen.

Wenn Sie sich ein Bild davon machen möchten, wie die Stimmung der Bevölkerung vor der Landtagswahl 2026 aussieht, stehen Ihnen dafür verschiedene Umfragen und Prognosen zur Verfügung. Nach der Wahl wird es einen neuen Ministerpräsidenten oder eine neue Ministerpräsidentin von Baden-Württemberg geben, da der derzeitige Amtsinhaber, Grünen-Politiker Winfried Kretschmann, 2026 nicht mehr antritt.

Landtagswahl in BW 2026: Sitzverteilung, Überhangmandate und Ausgleichsmandate erklärt

Laut der offiziellen Website des Landtags Baden-Württemberg hat das Landesparlament eine Mindestgröße von 120 Sitzen. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann die Gesamtzahl steigen – eine gesetzliche Obergrenze gibt es nicht. Zunächst werden die Zweitstimmen ausgezählt, aus denen sich ergibt, wie viele der 120 Sitze einer Partei grundsätzlich zustehen. Voraussetzung für die Sitzverteilung ist die sogenannte Fünf-Prozent-Hürde. Erreicht eine Partei mit der Zweitstimme weniger als fünf Prozent der abgegebenen Stimmen, wird sie bei der Sitzvergabe nicht berücksichtigt.

Danach werden die mit der Erststimme gewählten Direktkandidatinnen und -kandidaten auf das durch die Zweitstimmen bestimmte Sitzkontingent angerechnet. Sind nach der Verteilung der Direktmandate noch Sitzplätze frei, werden sie an die Kandidatinnen und Kandidaten der Landesliste einer Partei vergeben, bis das Sitzkontingent aufgefüllt ist. Hat eine Partei mehr Direktmandate gewonnen, als ihr Sitze im Landtag zustehen, behält sie diese zusätzlichen Mandate als Überhangmandate. Zum Ausgleich dieser Überhangmandate erhalten die anderen Parteien zusätzliche Ausgleichsmandate, die sicherstellen, dass die Sitzverteilung fair bleibt und dem prozentualen Anteil des Zweitstimmenergebnisses entspricht. Eine ausführlichere Erklärung mit Beispielen und Grafiken finden Sie auf der Website der lpb.

  • Christian Gerngras

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