Christoph Sonntag bei seiner Fastenpredigt als „Bruder Christopherus“ in der Alten Kelter in Fellbach Foto: Gottfried Stoppel
Die „Eisenbahnromantik“ ist eingestellt, Mathias Richling hat mit seiner TV-Show aufgehört. Der SWR streicht weitere Sendungen, um Geld zu sparen. Was ist mit Christoph Sonntag?
Beim SWR wird Sparen groß geschrieben. Der Sender muss eine strukturelle Finanzierungslücke von rund 70 Millionen Euro pro Jahr schließen und baut seine Struktur völlig um. In diesem Zuge wurden bereits etliche lineare Unterhaltungsformate gestrichen, darunter „Meister des Alltags“, „Ich trage einen großen Namen“, „Die Mathias-Richling-Show“, „Hannes und der Bürgermeister“ und „Freunde in der Mäulesmühle“. Auch die beliebte „Eisenbahnromantik“ wird in diesem Jahr nicht mehr neu produziert, nachdem die Folgenzahl 2025 bereits reduziert worden war.
Vor diesem Hintergrund wurde bei der Aufzeichnung der Sendung „Das jüngste Geri(ü)cht“ in der Alten Kelter in Fellbach darüber diskutiert, ob auch die Fastenpredigt mit dem Kabarettisten Christoph Sonntag in seiner Rolle als Bruder Christopherus davon betroffen sein könnte. Manche hielten es für möglich.
In diesem Jahr findet das SWR-Sommerfestival wieder auf dem Schlossplatz statt. Foto: SWR
Die gute Nachricht für Fans von Sonntag: Die SWR-Pressestelle erklärt am Freitag, dass die Sendung für 2027 weiterhin im Etat vorgesehen sei – der Kabarettist kann also weitermachen. Die Einschaltquoten sprechen für sich: Bei der Ausstrahlung am vergangenen Montag erreichte die Sendung einen Marktanteil von 9,7 Prozent und lag damit deutlich über dem SWR-Durchschnitt. Bundesweit haben über eine halbe Million Zuschauer zugeschaut.
Trotz der finanziellen Einschnitte zeigt dieses Beispiel, dass erfolgreiche Formate beim SWR weiterhin ihre Chance erhalten – selbst in Zeiten des Sparzwangs. Auch bei seinem Sommerfestival spart der Sender. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz findet es nur noch alle zwei Jahre statt. Vom 22. bis 25. Mai 2026 wird nach einem Jahr Pause wieder vor dem Neuen Schloss gefeiert. Die „Tatort“-Premiere ist bereits ausverkauft. Karten gibt es noch für die Matinee am Pfingstsonntag beim „Benefizkonzert des Bundespräsidenten“, an dem Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender teilnehmen werden.
Seit 2006 findet diese Konzertreihe reihum in den Bundesländern statt. Mit dem Benefizerlös werden soziale oder kulturelle Zwecke unterstützt. Herzstück des Konzerts am 24. Mai in Stuttgart ist die renommierte SWR Big Band. Unterstützt wird sie von Max Mutzke, der seit vielen Jahren mit der Band zusammenarbeitet. Mit großer Stimmkraft ergänzt Fola Dada das Line-up, auch der Reutlinger Saxophonist Jakob Manz und der Jazztrompeter Joo Kraus aus Ulm sind mit dabei.