An Spekulationen über die berufliche Zukunft der Intendantin wollte der Vize-Regierungssprecher sich nicht beteiligen. Er verwies darauf, dass Tuttle und die Berlinale-Jury während des Festivals zu einem Gespräch mit dem Kanzler im Kanzleramt gewesen waren. Dabei habe die Intendantin ihren Blick auf die Kontroverse überzeugend dargelegt. „Sie hat auch zum Ende der Berlinale in einer vernünftigen Rede den richtigen Ton getroffen und zur Vereinnahmung der Kunst durch die Politik sich geäußert“, sagte Hille.

Bereits während des Festivals hatte es eine breite Debatte über den Umgang der Berlinale mit dem Nahost-Konflikt gegeben. Bei der feierlichen Gala zur Verleihung der Berlinale-Bären war es am Samstagabend dann zum Eklat gekommen. Der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib warf der Bundesregierung in einer Dankesrede vor, „Partner des Völkermords in Gaza“ zu sein. Vize-Regierungssprecher Hille wies das noch einmal strikt zurück.

Intendantin Tuttle sagte zum Abschluss der Gala, dass das Festival kein Ort des Stillseins sei. Das sei manchmal unbequem und werde kritisiert, aber es sei wichtig, dass es passiere. Die Berlinale verteidige das Recht eines jeden Menschen, seine Stimme zu erheben. Man stelle sich gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Entmenschlichung und schaffe Orte und Räume für Komplexität.